Unter Charakterköpfen

PORTRÄT - Roland Werner, leitender Falkner im Wildparadies Tripsdrill, hat sein Hobby zum Beruf gemacht

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„Mit Tieren zu arbeiten ist meine absolute Leidenschaft“, sagt Falkner Roland Werner. Freya, der europäische Seeadler, ist einer der Greifvögel, die bei den Flugvorführungen in Tripsdrill zu sehen sind.
„Mit Tieren zu arbeiten ist meine absolute Leidenschaft“, sagt Falkner Roland Werner. Freya, der europäische Seeadler, ist einer der Greifvögel, die bei den Flugvorführungen in Tripsdrill zu sehen sind.
Von unserem Redakteur Christoph Feil 

Jeder hat seinen eigenen Charakter, mit dem man umgehen können muss“, sagt Roland Werner – und meint damit seine gefiederten Kollegen. 26 Greifvögel stehen dem leitenden Falkner im Wildparadies Tripsdrill für Flugvorführungen und Schaufütterungen zur Verfügung. Wenn sich während der Shows ein Miteinander mit dem Publikum entspinnt, dann macht dem 47 Jahre alten Vollblut- Falkner die Arbeit ganz besonders viel Spaß, wie er verrät.

Liebling „Das ist im Idealfall ein Geben und Nehmen und kein reiner Vortrag. Ich möchte die Infos locker rüberbringen“, sagt Werner, der unter den verschiedenen Greifvogelarten natürlich auch einen Liebling hat – nämlich den Schreiseeadler. „Der ist ein spitzenmäßiger Flieger, macht optisch was her und arbeitet prima mit“, schwärmt er.

Eigentlich wollte Roland Werner ja Förster werden. Das hat er auch studiert. „Seit 33 Jahren beschäftige ich mich schon mit Greifvögeln, über mein Hobby bin ich dann in die berufliche Falknerei reingerutscht“, erklärt er. Seit 2008 ist er in Tripsdrill beschäftigt.

Die Arbeit mit den Vögeln ist nur ein Teil von Werners Job. Denn über 50 Tierarten sind im Wildparadies zu Hause. Zu den Publikumsrennern zählen neben Bussarden, Geiern, Eulen und Co. vor allem die Bären, Wölfe, Luchse und Fischotter. Das Team um Roland Werner hat also das ganze Jahr über alle Hände voll zu tun. „Mit Tieren zu arbeiten ist meine absolute Leidenschaft“, sagt der Falkner.

Training „Unser Arbeitstag beginnt damit, den Streichelzoo sauberzumachen“, erzählt er. Danach muss für die Tiere das Futter hergerichtet und verteilt werden. Und für die Flugvorführung werden die Vögel vorbereitet und hin und wieder trainiert. Am Abend dann drehen der 47-Jährige und seine Kollegen eine sogenannte Abschließrunde. „Aus Schutzgründen müssen einige Tiere in geschlossene Räumlichkeiten“, erklärt er. Außerhalb der Saison wird die Zeit unter anderem für Wartungs- und Reparaturarbeiten genutzt.