Meilenstein für Bildungsstandort Neckarsulm

NECKARSULM - Gemeinderat gibt grünes Licht für systematische Digitalisierung der Schulen – Mehr als 2,2 Millionen Euro

Schneller als gedacht, schreitet die Digitalisierung an den städtischen Schulen fort. Der Neckarsulmer Gemeinderat beschloss jetzt ein Maßnahmenpaket, das Bildungseinrichtungen digital leistungsfähig macht. Foto: dpa
Schneller als gedacht, schreitet die Digitalisierung an den städtischen Schulen fort. Der Neckarsulmer Gemeinderat beschloss jetzt ein Maßnahmenpaket, das Bildungseinrichtungen digital leistungsfähig macht. Foto: dpa
Nach dem Grundsatzbeschluss zur Einrichtung der Verbundschule hat der Gemeinderat der Stadt Neckarsulm einen weiteren Meilenstein zur Weiterentwicklung des Bildungsstandortes gesetzt. Er beschloss einstimmig ein Maßnahmenpaket zur Digitalisierung der Schulen mit einem Kostenumfang von bis zu 2,266 Millionen Euro. „Damit transportieren wir unsere Schulen in die digitale Neuzeit“, erklärte OB Steffen Hertwig. „Mit unserem Maßnahmenpaket stellen wir den Schulen eine verlässliche, leistungsfähige digitale Bildungsumgebung zur Verfügung. So schaffen wir die technischen Voraussetzungen für einen fachlich hochwertigen Unterricht.“

Planungsschritte
Mit den weiteren Planungsschritten beauftragte der Gemeinderat die Beratungsfirma loesungenfinden.org GbR aus Bedburg, die den Digitalisierungsprozess der Neckarsulmer Schulen seit Mai 2019 plant und begleitet. Das Auftragsvolumen beträgt 127 000 Euro und beinhaltet die Planung und Ausschreibung eines zentralen IT-Warenkorbs mit Endgeräten, Programmen und Lizenzen sowie die Planung der Netzwerkstruktur, der pädagogischen Serverinfrastruktur und einer pädagogischen Netzwerk-Managementlösung für jede einzelne Schule. Ziel ist es, eine einheitliche Infrastruktur zu schaffen, um die IT-Anwendungen an allen Schulen systematisch zu standardisieren. Dies erleichtert auch die technische Wartung und Pflege. Zudem werden die Lehrkräfte entlastet. Sie müssen sich nicht mehr um die Technik oder IT-Beschaffung kümmern.

Online-Unterricht
Am Albert-Schweitzer-Gymnasium und an der Hermann-Greiner-Realschule soll die neue IT-Infrastruktur bereits zu Beginn des kommenden Schuljahres im September einsatzbereit sein. Bis zum 31. März 2021 sollen die Arbeiten an allen städtischen Schulen abgeschlossen sein. Dann verfügen sie über die technischen Voraussetzungen, um neue Lernformen wie Homeschooling und Fernunterricht für alle Schüler zu ermöglichen. „Damit sind die Schulen auf eine mögliche zweite Corona-Welle vorbereitet“, stellte Marc El-Damhougi, Senior Consultant von loesungenfinden.org, fest. Die bestehende IT-Ausstattung der Schulen reiche für den digitalen Fernunterricht nicht aus. Nach dem Abschluss des Digitalprojekts sei „das Umstellen auf Online-Remote-Unterricht jederzeit möglich“.

Dass die Corona-Krise die Digitalisierung der Schulen derart vorantreiben würde, war vor zwei Jahren nicht abzusehen. Damals gründete die Stadt die „Arbeitsgemeinschaft Digitalisierung“, um die bestehende, heterogene IT-Landschaft der Schulen zu analysieren und Lösungen für eine abgestimmte Standardisierung zu finden. Mit der Corona-Krise wurde dieser Prozess beschleunigt und ein ehrgeiziger neuer Zeitplan aufgestellt. „Corona hat uns in die Karten gespielt“, betonte Marc El-Damhougi.

Zudem stehen jetzt umfangreiche Förderungen zur Verfügung. Um die Digitalisierungsoffensive umzusetzen, erhält die Stadt Landesfördermittel aus dem Digital-Pakt Schule 2019 bis 2024 und dem Sofortausstattungsprogramm Corona. Hinzu kommen Mittel aus dem Landesfinanzausgleich – insgesamt liegt die Fördersumme bei 1,95 Millionen Euro. Der verbleibende städtische Kostenanteil beträgt rund 316 000 Euro.

Das Land knüpft die Förderung an die Bedingung, dass die Kommunen als Schulträger Medienentwicklungspläne für die Schulen sowie ein Wartungs- und Supportkonzept vorlegen. In Neckarsulm erarbeitete die beauftragte Beratungsfirma zunächst eine IT-Betriebskonzeption für jede städtische Schule. Auf dieser Grundlage entwarfen die Schulen die geforderten Medienentwicklungspläne, um den pädagogischen Medieneinsatz zu planen. Diese wurden an jeder Schule in Workshops von den Schulleitungen, Lehrern mit IT-Verantwortung und der Stadt gemeinsam erarbeitet: „Alle Beteiligten haben an einem Strang gezogen. In der Konsequenz, Motivation und Geschwindigkeit war dies ein einmaliger Prozess, ein Leuchtturm-Projekt in der gesamten Region“, freute sich IT-Experte El-Damhougi.

Zusammen mit der neuen Personalstelle des IT-Koordinators genehmigte der Gemeinderat laufende Kosten von 228 000 Euro im Jahr. Weitere Kosten entstehen für IT-Ersatzbeschaffungen in der Folgezeit. „Wir werden in den kommenden Haushaltsjahren erforderliche Mittel für einen stets modernen IT-Warenkorb einplanen müssen“, kündigte Steffen Hertwig an. „Die zeitgemäße Ausstattung der Schulen war der Stadt stets ein besonderes Anliegen. Schließlich wissen wir, wie sehr gerade unser Wirtschaftsraum auf gut ausgebildete junge Menschen angewiesen ist.“ snp
   

Ferien-Lese-Club startet wieder

NECKARSULM Der Ferien-Lese-Club in der Mediathek startet für alle, die demnächst Viert- bis Neuntklässler sind. Wer dabei sein will, meldet sich schnell kostenlos an. Ab 30. Juli liest jeder, was er mag. Für jedes Buch gibt’s einen Stempel und die Chance auf einen Preis. Wer mindestens vier Bücher schafft, ist Teil der Abschlussparty am 21. September. NSt
   

IT-Koordinator für die Schulen

Gemeinderat bewilligte auch die neue Stelle eines IT-Koordinators Schulen. Diese ist beim Amt für Bildung und Soziales angesiedelt und fungiert als Schnittstelle zwischen Stadtverwaltung, Schulen und externen IT-Dienstleistern. Als Projektmanager steuert der IT-Koordinator den weiteren Umsetzungsprozess, aktualisiert die jeweiligen Betriebskonzeptionen und Medienentwicklungspläne der Schulen und koordiniert die jährlichen Ersatz- und Neubeschaffungen aus dem IT-Warenkorb. Außerdem organisiert er einen regelmäßigen IT-Steuerkreis mit den Projektverantwortlichen. Zudem soll beim Albert-Schweitzer-Gymnasium und der Hermann-Greiner- Realschule die Möglichkeit geschaffen werden, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) mit Schwerpunkt Digitalisierung zu absolvieren. Diese FSJ-Stelle soll Lehrkräfte bei der Digitalisierung des Unterrichts unterstützen. snp

Erweitertes Zeitfenster für längeren Badespaß

Im Ernst-Freyer-Bad werden Auflagen fürs Schwimmen gelockert

Auch wenn das Obereisesheimer Ernst-Freyer-Bad einige Auflagen gelockert hat, müssen sich die Besucher weiterhin an bestimmte Regeln halten. Foto: snp
Auch wenn das Obereisesheimer Ernst-Freyer-Bad einige Auflagen gelockert hat, müssen sich die Besucher weiterhin an bestimmte Regeln halten. Foto: snp
OBEREISESHEIM Das Ernst-Freyer-Freibad in Neckarsulm-Obereisesheim lockert die Auflagen für den öffentlichen Schwimmbetrieb – und bietet Besuchern ein erweitertes Zeitfenster an. Mit Beginn der Sommerferien am 30. Juli werden die beiden mittleren Zeitfenster zu einer Kernbesuchszeit von 11 bis 17 Uhr zusammengefasst. In diesem zentralen Zeitfenster sind zunächst maximal 400 Besucher zugelassen. Sollte der Badebetrieb auch bei gesteigerter Besucherzahl weiterhin so geordnet und diszipliniert ablaufen, könnten in der Kernzeit gegebenenfalls auch mehr Besucher eingelassen werden.

Kernzeitfestgelegt
Das neue erweiterte Zeitfenster gilt bis zum geplanten Ende der Freibadsaison am 13. September. Vor allem für Familien ist der Freibadbesuch dann noch attraktiver: Der Sprungturm und die Rutsche sind in der Kernzeit von 11 bis 17 Uhr dauerhaft ohne Einschränkungen geöffnet. Auch der Kiosk im Freibadgebäude hat dann mit einem reduzierten Angebot geöffnet. Speisen werden jedoch nur zum Mitnehmen angeboten. Sitzplätze am Kiosk stehen nicht zur Verfügung. Für das zentrale, erweiterte Zeitfenster gelten die regulären Eintrittspreise von 3,80 Euro für Erwachsene und 2,20 Euro für Kinder.

Für alle übrigen Zeiten bleibt der reduzierte Eintrittspreis von 2,50 Euro beziehungsweise 1,50 Euro je Zeitfenster bestehen. Für alle Zeitfenster gilt: Die Duschräume im Freibadgebäude sind durchgehend geöffnet. Für die kleinen Besucher steht das Kinderplanschbecken nach einer Reparatur jetzt wieder uneingeschränkt zur Verfügung.

Online-Tickets
Eintrittskarten sind online über die Homepage des Aquatoll unter www.aquatoll.de erhältlich. Freibadbesucher können die Eintrittskarten bei der Online-Registrierung kaufen und bargeldlos bezahlen. Neben der Zahlungsweise per Paypal kann ab sofort auch mit der Kreditkarte oder mit Giropay bezahlt werden.

Personen wie zum Beispiel Schülerinnen und Schüler, die nicht über ein Online-Konto verfügen beziehungsweise keinen Internetzugang haben, können Eintrittskarten für das Ernst-Freyer-Freibad auch per Barzahlung kaufen. Der Barverkauf von Tickets findet in folgenden Verkaufsstellen statt: in der VfL-Geschäftsstelle im Erdgeschoss der Verwaltungsstelle Obereisesheim und im Bürgertreff Neckarsulm, Spitalstraße 5, jeweils montags und donnerstags, 10 bis 11 Uhr.

Beim Barverkauf wird die Zahlung in der jeweiligen Verkaufsstelle online verbucht. Der Käufer erhält dann das Ticket als Ausdruck zum Mitnehmen. snp