Imagegewinn für die Perle im Leintal

Mit der Verleihung der Stadtrechte bestätigt die Landesregierung die eindrucksvolle Entwicklung der Gemeinde

Unterhalb der Heuchelberger Warte haben sich Großgartach und Schluchtern prächtig entwickelt. Foto: Ralf Seidel
Unterhalb der Heuchelberger Warte haben sich Großgartach und Schluchtern prächtig entwickelt. Foto: Ralf Seidel
Von unserer Redakteurin Renate Dilchert

Viele Jahre schon hat sich die Gemeinde Leingarten darum bemüht, endlich Stadt zu werden. Am 5. November 2019 hat das Landeskabinett die entsprechende Beschlussvorlage von Innenminister Thomas Strobl (CDU) positiv entschieden: Zum 1. Januar 2020 wurde die Gemeinde Leingarten zur Stadt.

„Wir haben die Voraussetzungen, Stadt zu werden, vollumfänglich erfüllt. Wenn nun unser Wunsch tatsächlich Realität wird, dann freuen wir uns wahnsinnig darüber“, sagte ein zufriedener Bürgermeister Ralf Steinbrenner nach Bekanntwerden des Beschlusses.
  

„Aus zwei Straßendörfern hat sich über 50 Jahre eine prosperierende Stadt entwickelt.“

Ralf Steinbrenner

Die Verleihung der Stadtrechte würdigt die städtische Struktur der 12 000-Einwohner-Gemeinde, die sich selbst gerne als Perle im Leintal bezeichnet: neue Wohngebiete, 75 Hektar Gewerbeflächen nördlich und südlich der B293, fast 5000 Arbeitsplätze, Stadtbahnanschluss an Heilbronn und Karlsruhe, umfassendes Vereinsleben, Kinderbetreuung. „Ein Gymnasium fehlt zwar, die Einrichtung eines solchen wäre aber wegen der Nähe zur Stadt Heilbronn ohnehin nicht sinnvoll“, heißt es in der Kabinettsvorlage.

Ortsmitte 
Das 2011 fertiggestellte Rathaus präge die Ortsmitte, Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Versorgung und das Kultur-Angebot seien gut: „Die Erholungs-, Sport und Freizeiteinrichtungen sind von überdurchschnittlicher Qualität. Leingarten baut derzeit ein neues Hallenbad und verwirklicht damit ein Projekt, zu welchem nur noch wenige Kommunen in der Lage sind.“
  
Das Rathaus prägt die Ortsmitte. Auf dem Platz davor findet zweimal wöchentlich ein kleiner Markt statt. Foto: Dennis Mugler
Das Rathaus prägt die Ortsmitte. Auf dem Platz davor findet zweimal wöchentlich ein kleiner Markt statt. Foto: Dennis Mugler
Mit dem Stadtrecht sei ein großer Imagegewinn verbunden, so der Bürgermeister. Aus den zwei Straßendörfern Großgartach und Schluchtern, die sich 1969 zur Gemeinde Leingarten zusammengeschlossen hatten, habe sich „über 50 Jahre eine prosperierende Stadt entwickelt, welche aufgrund ihrer Infrastruktur, Verkehrslage und Nähe zum Oberzentrum Heilbronn mit einer herausragenden Lebens- und Wohnqualität besticht.“

Zweckmäßigkeit
 „Keine Liebesheirat“ sei der Zusammenschluss gewesen, „sondern ein Gebot der Zweckmäßigkeit und Vernunft“. Ziel sei gewesen, den Bürgern mehr zu bieten als die früher eigenständigen Gemeinden. „Dieses Ziel wurde erreicht und die letzten 50 Jahre haben uns gelehrt, dass die Entscheidung richtig war“, betont Steinbrenner, der seit Juni 2002 der Verwaltung in seiner nunmehr dritten Amtszeit vorsteht.

Städtebaulich seien die ehemals eigenständigen Gemeinden so zusammengewachsen, dass viele Leingartener die früheren Ortsgrenzen gar nicht mehr kennen würden. „Die freien Flächen im Bereich Eichbott wurden zu einem Schul-, Sport- und Kulturzentrum entwickelt. Aktuell wird dort ein Schulerweiterungsbau und der Neubau des Hallenbads umgesetzt“, berichtet Bürgermeister Ralf Steinbrenner.
  

Keine Folgen

„Die Verleihung des Titels Stadt für die Gemeinde Leingarten hat keinerlei Auswirkungen auf regionalplanerische Festlegungen“, teilt Christof Krämer, stellvertretender Verbandsdirektor des Regionalverbands Heilbronn-Franken, mit. „Eine Änderung der Einstufung des Kleinzentrums Leingarten im Regionalplan ist damit weder verbunden noch daraus abzuleiten. Bei den regionalplanerischen Festlegungen geht es allein um die Funktionen, die Leingarten ausübt, und die ändern sich mit dem Titel nicht.“ fri

Grundlagen für gedeihliche Zukunft

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Ralf Steinbrenner ist Bürgermeister in Leingarten. Foto: Veigel
Ralf Steinbrenner ist Bürgermeister in Leingarten. Foto: Veigel
seit dem 1. Januar 2020 dürfen wir uns in Leingarten Stadt nennen. Als 314. im Land Baden-Württemberg und 18. im Landkreis Heilbronn sind wir stolz darauf, dass wir aufgrund unserer Infrastruktur und Entwicklung in diesen Stand gehoben wurden.

Mit einer sehr hohen Lebens- und Wohnqualität ausgestattet, entwickelte sich in Leingarten über Jahrzehnte ein städtisches Gepräge. Zentralörtliche Funktionen als Schulstandort, in der Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs, aber auch in den Bereichen Dienstleistungen, Sport und Kultur bestätigen eindrucksvoll den Lebensstandard bei uns.

Die günstige Verkehrslage, kompakte Siedlungsform und der moderne Ausbaustandard bieten gute Voraussetzungen für eine gedeihliche Zukunft. Die Aufstufung der Gemeinde Leingarten zur Stadt war somit ein logischer und konsequenter Schritt in der bisherigen und künftigen Entwicklung. Als dynamische Stadt im Innovationsgürtel rund um das Oberzentrum Heilbronn werden wir im Stadtrat weiterhin vertrauensvoll miteinander für das Wohl unserer Bevölkerung agieren.

Ihr Ralf Steinbrenner, Bürgermeister