Musikalisch-komödiantische Spitzenleistungen

Neckarsulm: Im März beginnt das 14. Festival der lachenden Töne – Beste Unterhaltung an zwei Wochenenden

Alles eskaliert: Das Duo Suchtpotenzial kommt zum Auftakt des Festivals der lachenden Töne im März kommenden Jahres nach Neckarsulm. Foto: Torsten Goltz
Alles eskaliert: Das Duo Suchtpotenzial kommt zum Auftakt des Festivals der lachenden Töne im März kommenden Jahres nach Neckarsulm. Foto: Torsten Goltz
Das Festival der lachenden Töne geht in die 14. Ausgabe. In enger Anlehnung an das gewählte Motto „Neckarsulm – hier spielt die Musik!“ präsentiert die Stadt am Neckar auch diesmal wieder exquisite Musi-Comedy: An zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden erwarten die Besucher in den Räumen der Musikschule auch in diesem Jahr musikalisch-komödiantische Spitzenleistungen auf höchstem Niveau.

Musi-Comedy – das sind virtuose Vorführungen an den unterschiedlichsten Instrumenten, gepaart mit schauspielerischen Kabinettstückchen und kabarettistischen Höchstleistungen, das ist musikalische Perfektion mit mimischer Komik in den verschiedensten Facetten. Vier international renommierte Gruppen servieren im neuen Jahr konzertante Clownerien und schräges Musiktheater – ein Festival der lachenden Töne, bei dem künstlerische Qualität und populärer Anspruch Hand in Hand gehen.

Suchtpotenzial

Zum Auftakt am Freitag, 6. März, 20 Uhr, kommt das Duo Suchtpotenzial mit dem Programm „Eskalatiooon!“ nach Neckarsulm. Die temperamentvolle Halbspanierin Julia Gámez Martin aus Berlin mit schwerer Musicalvergangenheit trifft dabei auf die tasten-manische Teufelin Ariane Müller aus Ulm. Als Duo Suchtpotenzial berauschen die beiden hemmungslos ihr Publikum. Zielsicher schlägt das quirlige Tandem eine Brücke zwischen Rock’n’Roll und Musikkabarett und nimmt dabei kein Blatt vor dem Mund.

Nach ihrem preisgekrönten Debüt-Programm „100 Prozent Alko Pop“ (unter anderem Prix Pantheon, Hamburger Comedy Pokal) hat die weibliche Spaß-Guerilla knallhart nachgelegt. „Eskalatiooon!“ – alles eskaliert: heftige Konflikte zwischen Veganern und Fleisch-Fanatikern, fastende Frauen im Fitnesswahn, Politiker mit Größenwahn, Smartphone-Süchtige ohne Netz, paranoide Verschwörungstheoretiker, aber auch ganz normale Berliner und Schwaben beim gemeinsamen Feiern. Braves Damenkabarett war gestern – bei Suchtpotenzial trifft unwiderstehlicher Charme auf gnadenlosen Humor.

Gesangs-Kabarett

Die Brühllerchen sind längst mehr als ein Geheimtipp: Bei verschiedenen Chorund Liedwettbewerben haben sie mit ihren ausdrucksstarken Frontfrauen und fein abgestimmten Gesangs-Arrangements die Jurys im musikalischen Kabarett überzeugen können. Am Samstag, 7. März, betrachten Die Brühllerchen mit ihrem Programm „Goldene Zeiten!?“ politische und gesellschaftskritische Themen und legen die Finger in so manche Wunde. Dazu bedienen sie sich bekannter Musiktitel und kleiden diese mit persiflierenden Texten neu ein. Das ganze Theater um die Finanzkrise, die Steueroasen, die Diesel- und die Spionageaffäre liefern den Stoff, den die Gruppe auf humorvoll-ironische Weise verarbeitet. Und damit auch einzelne Politiker ihr Fett wegbekommen, erscheinen diese gelegentlich in parodistischer Form direkt auf der Bühne.

Ganz nebenbei nehmen sich die Brühllerchen auch immer wieder selbst aufs Korn: Die Ensemblemitglieder wohnen alle im saarländischen Hasborn am beschaulichen Brühlbach und punkten mit charmanter Mundart und gerolltem ‚r’.

Chanson-Abend

Vier Hände, zwei Stimmen, ein Klavier: Charmante Mademoiselle aus Paris trifft auf burschikose Berlinerin, und nicht nur das Klavier kommt ins Rollen. Mit musikalischer Virtuosität und komödiantischem Naturtalent entführen die Schweizerin Stéfanie Lang und die gebürtige Berlinerin Judith Bach als Duo Luna-tic am Freitag, 13. März, ihr Publikum auf eine sagenhafte Reise durch die Welt des Chansons. Mademoiselle Olli und Fräulein Claire verstehen es auf einzigartige Weise, die Tradition klassischer Clownerie mit der Kraft der Musik weiterzuentwickeln. Seit seinem letzten (und bisher einzigen) Auftritt in Neckarsulm vor sieben Jahren ist das Duo Lunatic grandios durchgestartet. Auch in ihrem neuen Programm „On Air“ begleiten sich die beiden außergewöhnlichen Frauen wieder am, auf, neben und unter dem Klavier. Diesmal steht Erlebnis-Radio auf dem Programm. Das Ding, um das sich alles dreht, ist ein Radiomikrofon: Die Bühne wird zum Studio, und schon machen Olli und Claire Radio, wie man es noch nie gehört hat. Mit leisen und lauten Chansons voller Herz und Schmerz sind sie für ihre Hörer auf Sendung.

Zum Abschluss der Musi-Comedy kommen die Helden des bekanntesten Crossovers aller Zeiten am Samstag, 14. März, nun erstmals nach Neckarsulm: Die Mozart Heroes sind ein Duo wie kein zweites. Phil „the Hero“ an der Gitarre und Chris „the one and only Mozart“ am Violoncello. Zusammen triumphieren sie in der Königsdisziplin der Musik: Sie bringen vermeintlich gegensätzliche Stile der klassischen Musik und des Rock’n’Roll zusammen. Mit im Gepäck haben die Schweizer Virtuosen gewagte Mischungen von großen Meistern wie Beethoven, Mozart, Vivaldi und Barrios, die plötzlich und unerwartet auf Metallica, AC/DC, Goldfrapp und Ed Sheeran prallen.

Es knistert und lodert im Zeichen der puren Leidenschaft für die heißeste Spielart der Musikgeschichte. Die Mozart Heroes spielen, dass die Funken sprühen – das ist Hard Rock Classic on Fire: intensiv, virtuos und vollgepackt mit unbändiger Leidenschaft. snp

INFO Wissenswertes

Alle Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr in der Musikschule Neckarsulm, Einlass jeweils ab 19.30 Uhr. Für 42 Euro gibt es Tickets für alle Termine im Abo (vier Veranstaltungen zum Preis von drei), Einzelpreis 14 Euro (ermäßigt elf Euro). Vorverkauf online unter www.reservix.de/veranstaltungskalender?q=Neckarsulm
  

Digitale Stadt als Workshop

NECKARSULM Um den digitalen Wandel zu gestalten, erarbeitet die Stadt Neckarsulm eine Digitalisierungsstrategie. Da digitale Anwendungen vor allem den Menschen nutzen sollen, will die Stadt ihre Bürger an diesem Prozess beteiligen – beim Workshop „Digitales Neckarsulm 2030“ am Montag, 13. Januar, 17 Uhr, in der ASG-Aula (Gymnasiumstr. 6). Teilnehmer können ihre Vorstellungen und Anforderungen formulieren, die sie mit Digitalisierung verbinden. Ziel ist es, Herausforderungen zu diskutieren und Meinungen auszutauschen. Ins Thema führt das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO ein, das Neckarsulm bei der Strategieentwicklung unterstützt. In Interviews mit der Verwaltung wurden vier Themenfelder entwickelt: Smarte und vernetzte Verwaltung, Digitale und informierte Gesellschaft, Bildung und Mobilität. Diese Bereiche sollen mit Umsetzungsvorschlägen gefüllt werden. snp

INFO Anmeldung notwendig

Bei Elke Sonnenwald, Telefon 07132 35208, E–Mail an: elke.sonnenwald@neckarsulm.de. Anmeldeschluss ist der 8. Januar.  
  

Wiedersehen mit dem Urmel

Kindertheaterstück der Landesbühne Esslingen

Urmel aus dem Eis bringt die Inselwelt durcheinander. Illustration: Katrin Busching
Urmel aus dem Eis bringt die Inselwelt durcheinander. Illustration: Katrin Busching
THEA & KIKI Die Württembergische Landesbühne Esslingen beschert Kindern ab vier Jahren ein Wiedersehen mit dem „Urmel aus dem Eis“. Das gleichnamige Theaterstück wird am Donnerstag, 16. Januar, in der städtischen Kinder-Kulturreihe Thea & Kiki aufgeführt.

Die Geschichte von Max Kruse hat Kultstatus: Professor Habakuk Tibatong lebt mit seinem sprechenden Hausschwein Wuzz und anderen Tieren auf der Insel Titiwu. Er hat eine Methode entwickelt, Tieren das Sprechen beizubringen. Ping Pinguin, Wawa der Waran und der traurige, ewig melancholisch vor sich hin singende Seeelefant sind allesamt seine Schüler, auch wenn jeder von ihnen seinen ganz individuellen und durchaus charmanten Sprachfehler nicht so richtig in den Griff bekommt. Eines Tages wird ein Eisberg mit einem großen Ei an der Küste angeschwemmt und die geordnete Inselwelt Titiwus gerät gehörig ins Wanken. Denn aus dem Ei schlüpft ein kleines Tier mit Flügeln auf dem Rücken. Das Urmel ist grün, quäkt und vermisst seine Mama. Es ist halb Saurier, halb Säugetier, ein bisschen verzogen und extrem neugierig. Und da König Pumponell beschlossen hat, dass er für seine Großwildsammlung noch ein Exemplar eines Urmels braucht, droht Gefahr.

Klassiker Der Kinderbuchklassiker „Urmel aus dem Eis“ erschien 1969 und wurde durch die Fassung der Augsburger Puppenkiste berühmt. Autor Max Kruse zeichnete seine Figuren mit einem liebevollen Blick und viel Humor. Der Spaß für die ganze Familie ist am Donnerstag, 16. Januar, 15.30 Uhr, in der Ballei in Neckarsulm zu sehen (Einlass 15 Uhr, Ende gegen 17 Uhr). Der Eintritt kostet fünf Euro.

INFO Vorverkauf

Buchhandlung Chardon, Neckarsulm, Telefon 07132 2386