Warhol, Rizzi und viele mehr in Neuenstadt

  

Pop Art ist oftmals bunt und für den Betrachter greifbar. Hier beispielhaft „As I opened fire“ von Roy Lichtenstein. Foto: privat
Pop Art ist oftmals bunt und für den Betrachter greifbar. Hier beispielhaft „As I opened fire“ von Roy Lichtenstein. Foto: privat
Nach langen Wochen des Wartens konnte das Museum im Schafstall am 17. Mai endlich seine Pforten öffnen. Bis 26. Juli werden 160 Arbeiten der Pop-Art-Künstler Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Tom Wesselmann, Robert Indiana, Niki de Saint Phalle, Keith Haring, Mel Ramos und James Rizzi ausgestellt. Darunter befinden sich frühe Pre-Pop-Arbeiten von Andy Warhol und einer von drei VW New Beetle, gestaltet von James Rizzi.
       
Ikonen
Pop Art ist die Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg, die sich aus den Tempeln der Galerien und Museen herauswagte, um sich dem Alltag der Menschen, vor allem den Konsumprodukten, den Logos, Werbungen, ikonischen Produkten und Stars zuzuwenden und selbst Ikonen herzustellen.

In den vergangenen zwei Generationen haben Pop-Art-Künstler Arbeiten erzeugt, die allen bekannt sind und zur visuellen Grundausstattung westlicher Kultur gehören. Entstanden sind daraus Ikonen wie die LOVE-Skulptur von Robert Indiana, Roy Lichtensteins Whaam, Andy Warhols Marilyn Monroe, Niki de Saint Phalles bunte, rebellische Nanas oder James Rizzis Beetle. Ohne diese Arbeiten sähen die Werbung, das Produktdesign oder die vielen Logos, die uns täglich begleiten, anders aus.

Zugängliche Kunst
Vor allem amerikanische und britische Künstler haben sich mit Chuzpe an den Markt und seine Produktionen gewagt, um sich von dort inspirieren zu lassen, ja sogar Industrie und Verkauf zur Mitgestaltung aufgefordert. Diese Zuwendung zur Massenproduktion hat Konsequenzen für die künstlerische Arbeit. Nicht mehr der gefeierte originäre Pinselstrich des Genies, das unverwechselbare und damit auch schwer zugängliche und unbezahlbare Einzelwerk werden kultisch verehrt. Vielmehr widmen sich die Künstler allen Menschen zugänglichen Serienproduktionen, dem Multiple, der Druckgrafik, die sie oft in Zusammenarbeit im Sinne der factory (Fabrik) erstellen. Der brush-stroke (Pinselstrich) wird umgedeutet zum multiplizierbaren Künstler-Logo. Auch die althergebrachten Mittel der Malerei, Leinwand, Öl-Farbe, oder die traditionellen Materialien der Skulptur werden von den Pop-Art-Künstlern beiseitegelassen. Vielmehr wagt man sich daran, moderne Stoffe wie Einkaufstaschen, Grill-Pappteller, Kinderdrachen oder gar Tapeten zu gestalten und provokant als Kunst auszustellen und zu verkaufen. Zentral für dieses Vorgehen ist die Vorstellung demokratisch gesinnter Gleichwertigkeit. Warum soll ein künstlerisch gestalteter Pappteller weniger herausragen, weniger wert sein, als ein Meistergemälde des Mittelalters? So gestaltet Andy Warhol das Bild der heiligen Antonia aus der Schule des Piero della Francesca um zu eben einem solchen Siebdruck, wie wir ihn für Hollywood-Stars – etwa Marilyn Monroe oder Ingrid Bergman – kennen. Hinweis für Besucher: Zur Einhaltung der Hygiene- und Abstandsvorgaben wurden folgende Regeln aufgestellt: Das Museum im Schafstall darf nur mit einem Mund-Nasen-Schutz betreten werden.

Der Mindestabstand von zwei Meter ist einzuhalten. Die Anzahl der Besucher, die zur selben Zeit das Museum betreten können, ist beschränkt. Die Husten- und Nies-Etikette ist zu beachten. Es werden bis auf Weiteres keine Führungen angeboten. Öffnungszeiten: Mittwoch und Sonntag 10 bis 17 Uhr, Eintritt: 5 Euro/ermäßigt 3 Euro. red

Mehr im Netz www.museum-im-schafstall.de