Buga-Glocke läutet jetzt auf dem Neuberg

NECKARSULM: Martin-Luther-Kirche feiert Sonntag große Einweihung

Mit einem feierlichen Gottesdienst wird die Buga-Glocke, die Gläubige jetzt zum Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche ruft, eingeweiht. Angebracht wurde sie an einem eigens entworfenen Glockenträger im gotischen Stil, der gut mit der modernen Architektur der Kirchenterrasse harmoniert. Fotos: privat
Mit einem feierlichen Gottesdienst wird die Buga-Glocke, die Gläubige jetzt zum Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche ruft, eingeweiht. Angebracht wurde sie an einem eigens entworfenen Glockenträger im gotischen Stil, der gut mit der modernen Architektur der Kirchenterrasse harmoniert. Fotos: privat
Während der Bundesgartenschau in Heilbronn im vergangenen Jahr läutete die Glocke im Kirchengarten täglich zu den Andachten und Gottesdiensten. Nach Ende der Buga wurde die Glocke nach Neckarsulm gebracht. Seit dem 2. Februar lädt sie nun zum Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche im Neckarsulmer Neuberg ein.
  
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Pop und Gospel
Die Einweihung der Glocke und des neuen Glockenträgers der Martin-Luther-Kirche findet statt am Sonntag, 16. Februar. Um 10.45 Uhr wird ein Festgottesdienst gefeiert, bei dem der Pop- und Gospelchor mitwirkt. Im Anschluss lädt die Kirchengemeinde zu einem Empfang unter der Glocke auf der Martin-Luther-Kirchenterrasse ein.

Die im Jahre 1984 erbaute Martin-Luther-Kirche hatte bisher keine Glocke. „Mit einer eigenen Glocke geht ein langgehegter Wunsch von vielen Gottesdienstbesuchern in Erfüllung“, freut sich Pfarrer Dieter Steiner.

Architekt Juan Moya, selbst aktives Gemeindemitglied, hat den neuen Glockenträger entworfen und die Arbeiten ehrenamtlich betreut. Er ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis: „Der neue Glockenträger im gotischen Stil über dem Flachdach auf der Kirchenterrasse harmoniert gut mit der modernen Architektur der Kirche.“

Läutwerk
Die 40 Kilo schwere Glocke wird nicht mehr wie auf der Bundesgartenschau von Hand geläutet, sondern erhielt ein Läutwerk. Der bisherige Glockenträger aus dem Bundesgartenschaugelände fand ebenfalls in Neckarsulm eine neue Heimat. Er steht jetzt als eigenständige Skulptur neben drei Säuleneichen im Kirchengarten. red
  

Lange Tradition

Das evangelische Gemeindehaus, Friedrichstraße 49, wurde 1908 eröffnet. Es bot der Kleinkinderschule, Vereinen und der Krankenstation Raum. 1954 erfolgte ein Innenumbau. Ab 1967 wurde nach Plänen von Rudolf Gabel angebaut. 1970 wurde dass neu gestaltete Gemeindezentrum als Haus der Begegnung eröffnet. Neben dem seit 1969 bestehenden Kindergarten gab es den Gemeindesaal, Klub- und Jugendräume, eine Diakonissenstation sowie Mitarbeiterwohnungen. lös

Inklusionsprojekt will neuen Maßstab setzen

Wohnen, öffentliche Begegnungsstätte und Gemeindehaus sollen in Friedrichstraße unter einem Dach vereint werden

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NECKARSULM
Mit einem gemeinsamen Inklusionsprojekt in Neckarsulm wollen die Evangelische Stiftung Lichtenstern und die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Neckarsulm und Erlenbach einen neuen Maßstab für das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung setzen. Am derzeitigen Standort des evangelischen Gemeindehauses in der Friedrichstraße 49 soll ein inklusives Wohn- und Betreuungsangebot entstehen.

Geplant ist ein gemischt genutzter, barrierefreier Neubau, der inklusiven Wohnraum, Angebote der Tagesbetreuung und Räume für die Arbeit der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Neckarsulm unter einem Dach vereint. Im Rathaus Neckarsulm unterzeichneten die Projektpartner eine Absichtserklärung und gaben damit den Startschuss für das kirchlich-diakonische Modellprojekt.

Initiativ
Die Initiative, die Stiftung Lichtenstern und die Gesamtkirchengemeinde als Partner zusammenzubringen, ging von Neckarsulm aus. Bei einem Seminar traf Bürgermeisterin Dr. Suzanne Mösel mit dem Bürgermeister der Stadt Löwenstein, Klaus Schifferer, zusammen. Schifferer, Vorstandsmitglied der Evangelischen Stiftung Lichtenstern, berichtete, dass die Stiftung bereits seit längerer Zeit nach einem geeigneten Gelände in Neckarsulm suche, um ein weiteres dezentrales Angebot der Eingliederungshilfe in diesem Teil des Landkreises aufzubauen.

Guter Standort
Mösel brachte das Grundstück der Evangelischen Stadtkirchengemeinde in der Friedrichstraße ins Gespräch. „Die Größe ist passend. Der Standort ist sehr gut und zentral an die Innenstadt angebunden.“ Aus Sicht der Stadt stärkt das Projekt die soziale Infrastruktur. Die Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Stiftung Lichtenstern, Pfarrerin Sybille Leiß, erläuterte das Konzept. Im Sinne der Inklusion sollten Menschen mit Behinderung nicht für sich allein leben, sondern ihr Leben miteinander teilen. So soll der Neubau auch eine öffentliche Begegnungsstätte, möglicherweise ein Café umfassen.

Freude
Auch die Evangelische Stadtkirchengemeinde will ihre Räume im neuen Gebäude für größere Veranstaltungen und die Bewohner öffnen, kündigte der Geschäftsführende Pfarrer der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde, Walter Keppler, an. Er freute sich vor allem darüber, dass mit dem geplanten Neubau die soziale Komponente des jahrzehntelang als Kindergarten genutzten Standorts fortgesetzt werde.

Das Grundstück befindet sich im Eigentum der Gesamtkirchengemeinde. Das 1908 eröffnete Gemeindehaus in der Friedrichstraße 49 wurde bis in die 1960er Jahre mehrfach erweitert und umgebaut, seitdem aber nicht mehr grundlegend verändert. Inzwischen ist es stark sanierungsbedürftig. „Die geschätzten Sanierungs- und Modernisierungskosten von 1,5 bis zwei Millionen Euro könnten wir uns als kleine Gemeinde niemals leisten“, so Keppler. snp
  

Projektleitung

Die Federführung und Leitung des Inklusionsprojekts liegt in den Händen der Evangelischen Stiftung Lichtenstern. Als Generaunternehmer wird die Kruck + Partner Wohnbau und Projektentwicklung GmbH & Co.KG aus Heilbronn beauftragt. Geschäftsführer Werner Durst versprach, nicht nur ein funktionierendes, sondern auch ein städtebaulich attraktives Gebäude zu errichten. Nach dem offiziellen Startschuss werden jetzt die Planungen konkretisiert. snp