Bürger sollen selbstbewusst vorangehen

NECKARSULM: Jugend-Sinfonieorchester gestaltet fulminanten Start ins neue Jahrzehnt

Schwungvoll und selbstbewusst – so beeindruckte das Jugend-Sinfonieorchester beim Neujahrsempfang der Stadt die rund 1300 Zuhörer in der Ballei. Foto: snp
Schwungvoll und selbstbewusst – so beeindruckte das Jugend-Sinfonieorchester beim Neujahrsempfang der Stadt die rund 1300 Zuhörer in der Ballei. Foto: snp
Mit dem traditionellen Neujahrskonzert ist Neckarsulm ins neue Jahr und das neue Jahrzehnt gestartet. Rund 1300 Zuhörer verfolgten den fulminanten Auftakt in der Ballei-Sporthalle. Unter der Leitung von Musikdirektor Jochen Hennings umrahmte das Jugend-Sinfonieorchester der Städtischen Musikschule den Empfang. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Neujahrsansprache von Oberbürgermeister Steffen Hertwig.

Steinmeier-Zitat: Mit den Worten von Bundespräsident Frank-Walter Steinmaier rief Steffen Hertwig die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, „mit Zuversicht und Tatkraft, mit Vernunft, Anstand und Solidarität“ selbstbewusst voranzugehen und die kommenden Herausforderungen anzupacken. Dazu zählte der OB an erster Stelle die Mobilitätswende und den Klimaschutz. Die Kommune setze weiter auf die Bausteine des regionalen Mobilitätspakts und des städtischen Mobilitätskonzepts und beziehe dabei alle Verkehrsarten mit ein. Im Frühjahr werde das Regierungspräsidium mit ersten Maßnahmen an der Wehrbrücke beginnen. Außerdem plane das Landratsamt, den Amorbachknoten weiter zu optimieren. Diese Arbeiten starten voraussichtlich in den Audi-Werksferien.

Beim Mobilitätskonzept sei bis Ende 2021 ein neues ÖPNV- und Stadtbuskonzept geplant. „Um mehr Menschen zum Umsteigen zu bewegen, wollen wir den Stadtbusverkehr komplett neu strukturieren und das Angebot optimieren“, kündigte Hertwig an. Auch der Einsatz alternativer Antriebsarten werde geprüft. Außerdem werde das städtische Radwegekonzep überarbeitet.

Auch für den Klimaschutz kündigte der OB verstärkte Maßnahmen an: „Wir geben uns mit dem Erreichten nicht zufrieden, sondern wir wollen noch viel mehr für den Klimaschutz leisten.“ So wolle die Verwaltung dem Gemeinderat im Herbst ein Klimaschutzkonzept vorlegen. Aber auch die Bürger seien zum Umdenken und Mitmachen aufgerufen. Wie bei der Mobilität gelte auch beim Klimaschutz: „Das Umdenken muss in den Köpfen der Menschen beginnen. Jeder von uns muss bei sich selbst schauen, was er für den Klimaschutz tun kann.“ Die Stadt bekennt sich auch in ihrem Leitbild ausdrücklich zum Klimaschutz. Deshalb lud Hertwig die Bürger zur Umsetzungswerkstatt am 21. März ein. 

„Wir geben uns mit dem Erreichten nicht zufrieden, sondern wir wollen noch viel mehr für den Klimaschutz leisten.“

OB Steffen Hertwig

Viele Investitionen: Auch bei der Verschönerung des Stadtbildes sind die Bürger zum Mitmachen aufgerufen. Am 1. April startet das Patenschaftsprogramm für städtische Grünflächen. Mehrere Personen oder Gruppen können zum Beispiel gemeinsam ein öffentliches Blumenbeet pflegen und nach eigenen Vorstellungen bepflanzen. Nähere Informationen hierzu gibt es beim städtischen Bauhof, der das Projekt koordiniert.

Zu den größten Investitionsvorhaben in den kommenden Jahren zählte Hertwig den Bau des B 27-Anschlusses Binswanger Straße und die Sanierung des Aquatolls. Der Baubeschluss zur Sanierung soll zum Jahresende im Gemeinderat gefasst werden. Der Ausbau der Kinderbetreuung und der Schulbereich bilden weitere Investitionsschwerpunkte. Beispielhaft nannte der OB den Neubau der provisorischen Kita im Stadtteil Amorbach – sie geht im Frühjahr mit sieben Gruppen interimsweise in Betrieb –, die Erweiterung der Kita Lautenbacher Straße, die weitere Generalsanierung der Hermann-Greiner-Realschule und die Einrichtung der Verbundschule. Wie der Gemeinderat im Dezember beschloss, wird die Verbundschule als Neubau am Standort des ehemaligen Hallenbades errichtet. „Die Verbundschul-Lösung sichert ein verlässliches, flexibles und zukunftsorientiertes Schulangebot in Neckarsulm“, so der Stadtchef.

Ein schwungvolles, selbstbewusstes und optimistisches Zeichen zum Aufbruch ins neue Jahrzehnt setzte auch das Jugend-Sinfonieorchester. Zum Beethoven-Jubiläum eröffneten die jungen Sinfoniker das Matineeprogramm mit der „Musik zu einem Ritterballett“ des vor 250 Jahren in Bonn geborenen Komponisten. Es folgten ein Werk von Wolfgang Amadeus Mozart, das von Lisa-Marie Ehrenfried am Klavier begleitet wurde, ein ungarischer Tanz sowie Kompositionen von Johann Strauß. Als traditionelle Zugabe erklang der Radetzkymarsch. Die Zuhörer bedankten sich mit lang anhaltendem Applaus. snp
  

Stadtjubiläum

Beim Bürgerempfang stimmte OB Hertwig die Bürgerschaft auf ein besonderes Ereignis im Jahr 2021 ein. Dann feiert die Stadt ihr 1250-jähriges Bestehen. Die Planungen zum Jubiläum, – und wie sich die Bürger daran beteiligen können, –, werden im Februar vorgestellt. „Bringen Sie sich ein. Wir alle gemeinsam, Gemeinderat, Verwaltung und Bürgerschaft, haben es in der Hand, die Zukunft unserer Stadt zu gestalten“, appellierte so der OB. snp

Einschränkung beim Stadtarchiv

NECKARSULM Da die Leitung des Stadtarchivs Neckarsulm noch nicht neu besetzt ist, kann es derzeit nur eingeschränkt genutzt werden. Termine nach Vereinbarung sind in der Regel von Dienstag- bis Donnerstagvormittag möglich. Auskünfte erteilt Archivmitarbeiterin Petra Wolf, Telefon 07132 351910, E-Mail an: petra.wolf@neckarsulm.de. snp
  

Winterwandern bei Kolping

NECKARSULM Die Kolpingsfamilie lädt am Sonntag, 19. Januar, zur Winterwanderung ein. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr am Kolpinghaus. Mit Privatautos (Fahrgemeinschaften) geht es nach Neulautern. Von dort ist eine circa zweistündige Tour zu den Mammutbäumen bei Wüstenrot und wieder zurück vorgesehen. Die Route ist für Kinderwagen geeignet. Festes Schuhwerk und Rucksackvesper werden empfohlen. NSt
  

Wort des Amtsleiters hatte großes Gewicht

Schul-, Kultur- und Sportamtschef Ralph-Arno Klumbach verabschiedet

OB Steffen Hertwig (li.), Ralph-Arno Klumbach und Ehefrau Sieglinde.Foto: snp
OB Steffen Hertwig (li.), Ralph-Arno Klumbach und Ehefrau Sieglinde.Foto: snp
NECKARSULM Nach 47 Dienstjahren, davon 13 bei der Stadt Neckarsulm, ist der Leiter des Schul-, Kultur- und Sportamtes, Ralph-Arno Klumbach, in den Ruhestand verabschiedet worden. OB Steffen Hertwig würdigte ihn bei der Abschiedsfeier im Deutschen Zweiradmuseum als „äußerst wichtige Führungskraft“. „Sie haben Ihrem Amtsbereich einen prägenden Stempel aufgedrückt, der bleiben wird.“ Klumbach übernahm die Leitung des Schul-, Kulturund Sportamtes im Juni 2006. Da blickte er bereits auf eine fast 30-jährige Berufserfahrung zurück.

Viel verantwortet: In seine Neckarsulmer Zeit fiel die Gründung des Stadtmuseums und die kontinuierliche Weiterentwicklung städtischer Kultureinrichtungen. Er rief das erfolgreiche städtische Kulturprogramm „Hier spielt die Musik“ ins Leben, das inzwischen als gesetzlich geschützte Marke eingetragen ist. Er verantwortete bedeutende Großveranstaltungen wie das Landeskinderturnfest 2011, das Stadt- und Standortfest zum Jubiläum „100 Jahre Audi“ 2009 sowie mehrere internationale NSU-Treffen. Zudem vertrat Klumbach die Stadt im Arbeitskreis Kulturregion Heilbronner Land, dessen Lenkungsgruppe er angehörte.

Mit der Neufassung der Förderrichtlinien stellte die Stadt die Unterstützung der Sport- und Kulturvereine auf eine neue Grundlage. Wie diese Modifikation stammten auch die Richtlinien zur Verleihung des städtischen Ehrenamtspreises aus der Feder von Ralph-Arno Klumbach. Zudem begleitete er die kooperative Sportentwicklungsplanung, mit der die Stadt die Weichen für eine zukunftsorientierte Sportpolitik stellte. Mit dem Schulwesen meisterte der scheidende Amtsleiter einen besonders anspruchsvollen Aufgabenbereich.

Meilensteine: Zu den Meilensteinen der von ihm mit verantworteten Schulentwicklung zählen die flächendeckende Einführung des Ganztags-Schulbetriebs, die Einrichtung der Mensabetriebe, der Aufbau ergänzender Betreuungsangebote, die Einrichtung der Gemeinschaftsschulen in Obereisesheim und Amorbach, der Ausbau der Hermann-Greiner-Realschule und zuletzt die Konzeption der Verbundschule. „Darauf bin ich besonders stolz“, erklärte OB Hertwig. „Ralph-Arno Klumbach hat hier als treibende Kraft ein beispielhaftes Konzept auf den Weg gebracht, das bleibende Maßstäbe setzt.“

Im Kollegenkreis der Amtsleiter wurde Klumbach als wichtiger Ratgeber geschätzt. „Auch bei mir hatte Ihr Wort Gewicht“, versicherte Hertwig. „Ihre große Verwaltungserfahrung, Ihr Sachverstand und Ihre Kreativität werden uns fehlen.“

„Den großen gestalterischen Freiraum habe ich sehr geschätzt“, blickte Klumbach auf seine Amtszeit zurück. „Ich hoffe, ein paar unverwechselbare Spuren und eine kleine Lücke zu hinterlassen.“ Zum Abschied zollte er seinen Mitarbeitern „ein ganz großes Lob“: „Ihr habt mir den Rücken gestärkt und freigehalten. Ich bin sehr stolz auf Euch. Macht weiter so.“ snp
  

Organspende betrifft jeden

NECKARSULM Der katholische Frauenbund St. Dionysius und die Kolpingsfamilie laden zu einer Infoveranstaltung zum Thema Organspende ein. Am Mittwoch, 22. Januar, 19 Uhr, referieren Dr. Irmgard Schmücker und Antonio Paoli im Kolpinghaus in Neckarsulm (Kolpingstraße 13). Beide sind mit der Thematik seit Jahren vertraut. Irmgard Schmücker war über 20 Jahre lang Leitende Oberärztin der Operativen Intensivstation im Klinikum am Gesundbrunnen und für ihre Abteilung Transplantationsbeauftragte. Antonio Paoli ist Klinischer Ethiker und seit Gründungsbeginn stellvertretender Vorsitzender des Ethik-Komitees der SLK-Kliniken. Zudem ist er im Bereich Ethik in der Diözese Rottenburg-Stuttgart und in der Landesärztekammer Baden-Württemberg und als Dozent, Ausbilder und Mitarbeiter aktiv. Bis war Paoli such Klinik-Seelsorger am Klinikum am Gesundbrunnen.

Organspenden ist durch die geplante Gesetzesänderung von der Zustimmungs- hin zur Widerspruchslösung ein überaus aktuelles Thema. Mit der Veranstaltung wollen Frauenbund und Kolpingsfamilie Informationen und Erfahrungen aus erster Hand zur eigenen Entscheidungsfindung anbieten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei. NSt
  

Im Zeichen des Klimaschutzes

Faschingsferienprogramm für Kinder im Gleis 3

Am ersten Tag des Faschingsferienprogramms im Gleis 3 besuchen die Teilnehmer die neu eröffnete Klimaarena in Sinsheim. Foto: Matthias Heibel
Am ersten Tag des Faschingsferienprogramms im Gleis 3 besuchen die Teilnehmer die neu eröffnete Klimaarena in Sinsheim. Foto: Matthias Heibel
NECKARSULM Das Faschingsferienprogramm im Neckarsulmer Gleis 3 steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Klimaschutzes. Unter dem Titel „Kleine Klimaretter“ lädt das Kinder- und Jugendzentrum vom 26. bis 28. Februar, jeweils von 9 bis 14 Uhr, zu nachhaltigen Faschingsferien ein. Das Angebot richtet sich an Neckarsulmer Kinder und Schüler von sechs bis zwölf Jahren.

Am ersten Programmtag besuchen die Teilnehmer die neu eröffnete Klima-Arena in Sinsheim. Dort erfahren die Teilnehmer unter dem Motto „Entdecken – Erleben – Mitmachen“ allerlei Wissenswertes über das Klima der Erde.

Darüber hinaus bauen und gestalten sie nützliche und umweltfreundliche Dinge für das kommende Frühjahr, zum Beispiel Schlafplätze für Bienen und Insekten, Samenbomben mit insektenfreundlichem Saatgut und ein eigenes Eidechsen-Schutzgebiet beim Gleis 3.

Eltern werden gebeten, ihre Kinder bis Mittwoch, 5. Februar, zur Teilnahme anzumelden, und zwar online unter www.neckarsulm.feripro.de. Der Kostenbeitrag inklusive Eintritt und Bahnfahrt beträgt 19,28 Euro und wird am ersten Tag eingesammelt.

Für die Bastelaktionen im Gleis 3 benötigen die Kinder einen Malerkittel oder alte Kleidung. Auch Vesper und Getränke für alle drei Tage sind mitzubringen. snp