Neckarsulmer Stimme

Eberwinhalle bleibt weiterhin gesperrt: NECKARSULM Aufräumarbeiten nach Unwetter in vollem Gange – Circus Carl Althoff bangt um seine Existenz

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An der Eberwinhalle im Stadtteil Obereisesheim ging der Sturm der vergangenen Woche nicht spurlos vorbei. Bis auf weiteres ist das Gebäude gesperrt und kann von den Sportvereinen deshalb nicht genutzt werden.
An der Eberwinhalle im Stadtteil Obereisesheim ging der Sturm der vergangenen Woche nicht spurlos vorbei. Bis auf weiteres ist das Gebäude gesperrt und kann von den Sportvereinen deshalb nicht genutzt werden.
Nach den Sturmschäden vom späten Freitagabend laufen derzeit die Aufräumarbeiten. Im gesamten Neckarsulmer Stadtgebiet kam es am späten Abend des vergangenen Freitags vor allem durch abgerissene Äste und entwurzelte Bäume zu Schäden.

Der starke Wind deckte teilweise auch Dächer ab. Allein die Freiwillige Feuerwehr Neckarsulm rückte bis Samstagabend zu insgesamt 116 Einsätzen aus, um Gebäude zu sichern und den öffentlichen Verkehrsraum frei zu machen. Unterstützt wurde sie dabei am Samstag von den Wehren aus Heilbronn und Bad Friedrichshall.

Schadensmeldungen Der städtische Bauhof ist weiter im Einsatz, um die Schäden im öffentlichen Raum zu beseitigen. Die Friedhöfe Steinachstraße, Obereisesheim und Dahenfeld sind teilweise noch gesperrt, ebenso die Sportplätze in Obereisesheim, Dahenfeld und Amorbach sowie der Rossmarkt. Aktuell gehen auch noch weitere Schadensmeldungen ein. Die Aufräumarbeiten werden wohl noch einige Tage andauern. Die Sperrungen werden sukzessive aufgehoben.

Ersatzsportflächen Massiv beschädigt wurde die Obereisesheimer Eberwinhalle. Der Wind hob das Dach an und deckte Teile davon ab. Zwei von vier Pfeilern, die das Hallendach tragen, sind aus ihrer Verankerung gefallen.

Das Technische Hilfswerk Heilbronn sicherte das Gebäude noch in der Nacht auf Samstag. Die Halle muss nun statisch und bautechnisch untersucht werden, bevor weitere Maßnahmen in Angriff genommen werden können. Die Halle kann nicht genutzt werden und ist bis auf weiteres gesperrt. Wegen möglicher Trainingskooperationen nimmt die Stadtverwaltung mit anderen Sportvereinen Kontakt auf. Auch Ersatz-Sportflächen in Nachbarkommunen wurden angefragt.
  
Schwer getroffen wurde der Familienzirkus Althoff: Der Sturm hat unter anderem das Tier- und das Zuschauerzelt vollkommen zerstört. Fotos: Heike Kinkopf
Schwer getroffen wurde der Familienzirkus Althoff: Der Sturm hat unter anderem das Tier- und das Zuschauerzelt vollkommen zerstört. Fotos: Heike Kinkopf
Oberbürgermeister Steffen Hertwig lobte die hervorragende Arbeit aller Einsatzkräfte. „Ich danke allen am Einsatz beteiligten Feuerwehren aus Neckarsulm, Heilbronn und Bad Friedrichshall sowie dem Technischen Hilfswerk und dem Team des städtischen Bauhofs für die schnelle und professionelle Hilfe.“

Kein Versicherungsschutz Besonders vom Unwetter betroffen ist der traditionsreiche Circus Carl Althoff, der auf einem Feld zwischen Erlenbach und Neckarsulm gastiert. Haupt- und Tierzelt wurden zerstört. Ein Versicherungsschutz bestand nicht. Doch der Familienbetrieb, der um seine Existenz bangt, schöpft mittlerweile wieder etwas Zuversicht. Neben den Spenden der Gemeinden Erlenbach und Neckarsulm haben auch viele Unterländer unbürokratisch geholfen. 11 000 Euro sind mittlerweile schon zusammengekommen. Damit lässt sich schon einiges raparieren. snp

INFO Spendenkonto
Gespendet werden kann für den Circus Carl Althoff auf das Postbank-Konto von Joanna Weisheit, Sprecherin des Zirkus, IBAN: DE 90 5001 0060 0429 9496 06.

Melancholische bis heitere Melodien

Sommerkonzert des Mandolinen-Orchesters in der Frauenkirche begeistert Zuhörer

NECKARSULM Die Frauenkirche in Neckarsulm besitzt eine außerordentliche Akustik – wie geschaffen für ein Konzert, bei dem es auch auf die leisen Töne ankommt. Dieser Tage fanden sich dort rund 100 Besucher ein – zum Sommerkonzert des Mandolinen-Orchesters.

Es begann mit zwei Kompositionen des eher unbekannten spanischen Komponisten C. Dellamur, „Mi Corazon“, ein Walzer, und „Los Carreteros“, ein melodischer ländlicher Tanz, bei dem der eine oder andere Fuß mitwippte. Weiter ging es mit dem eingängigen „Pot-Pourrie Populare“ des Italieners M. Sartori und den rassigen „Katalanischen Impressionen“ des deutschen Komponisten F. Witt. Beliebte russische folgten, die „Wolgaklänge“, die mit häufigem Wechsel von laut und leise, melancholisch und heiter, unter die Haut gingen.

Mit dem Choral „Jesus bleibet meine Freude“ von J. S. Bach folgte ein Beitrag ernster Musik. Nach der leichten Romanze „Ein Traum“ von Th. Ritter folgte ein Strauß typisch irischer Zupfmusik. Populäre Melodien, wie „Weiße Rosen aus Athen“ und die berühmte Zitherballade aus dem Film „Der dritte Mann“ rundeten das Programm ab, das mit viel Beifall bedacht wurde, ehe am Ende der „Irische Reisesegen“ gespielt und gesungen wurde und man auseinander ging mit den Zeilen „... und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand“. NSt

Trockenheit setzt dem Wald richtig zu

40 Bäume mussten gefällt werden – Nächster Schritt ist für den Herbst geplante Aufforstung

NECKARSULM Plötzlich raschelt es. Ein Ast fällt zu Boden. Einfach so. „Wenn der jetzt jemanden erwischt hätte.“ Günter Glaser, Grünbereichsleiter im Bauhof, steht mitten im Wäldchen neben Alt-Amorbach. 40 Bäume, meist Buchen, 70 bis 80 Jahre alt, mussten hier gefällt werden. Einige haben gar nicht mehr ausgetrieben, andere sind zu zwei Dritteln braun.

Beim ersten Blick in den Wald scheint alles in Ordnung. Nur die vielen grünen Markierungsstreifen, die Glaser gesetzt hat, fallen auf. Das wahre Dilemma zeigt sich in den Kronen. Die sind braun. „Wir haben sehr viele Bäume, die von oben eintrocknen.“ Ihnen fehlen Nährstoffe. Sie sterben ab. Am Waldrand, im direkten Sonnenlicht, sind die Schäden am größten. Und durch die Fällungen wird der Wald lichter, was die Angriffsfläche automatisch vergrößert.

Die gefällten Bäume bleiben erst einmal liegen. Zur Aufbereitung als Brennholz ist keine Zeit. Der nächste Schritt ist im Herbst die Aufforstung. Doch womit? „Einheimische Hölzer haben inzwischen Probleme mit dem Klimawandel, deswegen gibt es Überlegungen, stattdessen artverwandte wie die Douglasie oder die amerikanische Eiche zu pflanzen, die mit den trockenen Sommern besser zurechtkommen“, sagt Glaser – und, „wenn einem ein bisschen was am Wald liegt, bekommt man Angst vor der Zukunft.“ NSt

Feiern unterm Kayberg

ERLENBACH Die Vereine der Sulmtalgemeinde laden von Freitag bis Montag, 16. bis 19. August, wieder zum Original Erlenbacher Weinfest ein. Der gemütliche Treff in malerischer Umgebung bietet drei Tage lang lokale Spezialitäten wie Zwiebel- und Peterlingskuchen aus dem Backhäusle, zünftige Blasmusik, den traditionellen Buttenlauf und die Krönung der Zwiebelkönigin. Gefeiert werden kann am heutigen Freitag ab 16, am Samstag ab 12 und am Sonntag ab 10.30 Uhr. Der Montag startet um 12 Uhr, im Anschluss findet der Seniorennachmittag mit reduzierten Preisen statt. NSt

Schwarzer Humor bei Kultfilmtagen

NECKARSULM Schwarzen Humor vom Feinsten lieferte Regisseur Hal Ashby 1971 mit „Harold und Maude“. Schnell gelangte der Film als eine der schwärzesten Komödien zu einem Mega-Kultstatus – und das bis heute. Der reiche, junge Harold hat ein Faible für Begräbnisse, Selbstmord und Tod und vergrault hartnäckig alle jungen Frauen, die seine Mutter für ihn anschleppt. Dann lernt er Maude kennen, eine Frau, die mehr als 60 Jahre älter ist als er. Zwischen ihnen entwickelt sich eine der ungewöhnlichsten, aber auch bewegendsten Kinoromanzen, die Hollywood je gesehen hat. Das Scala-Kino zeigt den Klassiker bei den Kultfilmtagen der Stadt in einer einmaligen Vorstellung – und zwar am Samstag, 21. September. Karten für 6,50 Euro gibt es ab sofort jeden Mittwochabend an der Kinokasse. Reservierungen unter Telefon 07132 2410 oder online unter www.kinostar.com. NSt