Was sticht denn da?

Das kleine ABC der Insektenstiche und wie man sie behandelt

Foto: frank29052515/stock.adobe.com
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Jetzt summt und brummt es wieder in der Natur. Aber Insekten sind nicht nur wichtiger Teil des Ökosystems, sie können den Menschen auch ganz schön Ärger machen. Wer je nachts im Bett die Angriffe einer tieffliegenden Mükke abwehren musste, weiß ein Lied davon zu singen. Doch nicht nur Mücken stechen. Die Plagegeister von A bis Z:

- Ameisen: Während Ameisen aus dem Garten meist nur beißen, spritzen sogenannte Waldameisen zusätzlich Gift – die Ameisensäure. Daher sind ihre Bisse auch deutlich schmerzhafter, erklärt Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV. Beide Arten sind ungefährlich, ihre Bisse lösen aber einen unangenehmen Juckreiz sowie Rötungen und Schwellungen aus. Was hilft: „Die Wunde kühlen, zum Beispiel mit einer Gurkenscheibe“, so der Experte. Die Gurke wirkt zusätzlich desinfizierend und entzündungshemmend.

- Bienen: Die friedliche Tiere haben keinerlei Absicht zu stechen. Fühlen sie sich jedoch angegriffen und in die Enge getrieben, wehren sie sich. Durch einen Widerhaken bleibt ihr Stachel oft in der Haut stecken und reißt ab. Dieser Verlust führt dazu, dass die Biene stirbt. Davor injiziert sie jedoch ihr Gift, was zu einer schmerzhaften Schwellung und Juckreiz führt. Wer gestochen wurde, sollte den Stachel sofort entfernen, möglichst ohne dabei die Giftblase am äußeren Ende zuzudrücken. Danach die Einstichstelle desinfizieren und mit einem Kühlpack, kalten Waschlappen oder Quarkwickeln kühlen.

- Flöhe: Die blutsaugenden Parasiten werden meist durch Haustiere übertragen und hinterlassen typischerweise mehrere eng beieinanderliegende rötliche Bissspuren. Diese ähneln häufig einem Hautausschlag und sind daher schwierig zu identifizieren. Durch den Speichel, den die Flöhe beim Blutsaugen abgeben, jucken die Bisse stark – kühlen hilft. Die wichtigste Maßnahme ist jedoch die Beseitigung der Plagegeister, falls sie sich in der eigenen Wohnung befinden. Hier helfen eine Grundreinigung sowie das Waschen von Bettwäsche, Kleidung und Textilien bei mindestens 60 Grad. Empfindliche Teile einfach einige Tage ins Gefrierfach legen.

- Hornissen: Ihre Stiche sind meist deutlich schmerzhafter als die von Bienen und Wespen, obwohl ihr Gift harmloser ist. Das liegt vor allem an ihrem längeren Stachel. Typisch für Hornissenstiche sind Pusteln oder juckende Rötungen. In jedem Fall sollten Gestochene die Stelle sofort desinfizieren. Anschließend mit einem kalten Umschlag mit Essigwasser kühlen.

- Mücken und Bremsen: Die Blutsauger sind vor allem an schwülen Tagen aktiv. Angelockt werden sie durch Schweißgeruch und das Kohlendioxid in der Atemluft. In die Einstichstelle injizieren sie ihren Speichel, der dafür sorgt, dass das Blut nicht gerinnt und leichter in den Rüssel zurückfließt. Die betroffene Hautpartie schwillt an und juckt. Um die Symptome zu mildern, können Betroffene den Stich mit Hitze behandeln, denn Temperaturen von über 40 Grad zerstören das Protein im Speichel. Dazu einen Löffel oder ein Messer erhitzen und auf die Stichstelle drükken – aber Vorsicht vor Verbrennnungen! In Apotheken gibt es sogenannte Stichheiler, deren Kontaktfläche erhitzt und auf die Einstichstelle gedrückt wird. „Bei allen Insektenstichen gilt: Die sofortige Anwendung von Hitze kann Schwellung und Juckreiz verhindern“, sagt Reuter. Ist seit dem Stich einige Zeit vergangen, hilft wiederum Kühlen, um die noch vorhandenen Symptome zu lindern.

- Wespen: Die schwarz-gelb gestreiften Insekten lösen häufig Panik aus, weil viele Menschen Angst vor den umherschwirrenden Tieren haben. Daher der wichtigste Rat: Ruhe bewahren! Ein Gemisch aus Speichel und Zucker lindert Schmerzen und Schwellung. Eine halbe Zwiebel auf dem Stich wirkt entzündungshemmend.

- Zecken: Die blutsaugenden Parasiten finden sich längst nicht mehr nur auf Wiesen und in Wäldern, sondern haben auch den städtischen Raum mit Gärten, Parks und Spielplätzen erobert. Ihre Stiche sind zwar selten schmerzhaft, können aber Krankheiten wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis übertragen. Wer in der Natur unterwegs war, sollte daher anschließend seinen Körper sorgfältig nach Zecken absuchen. Hat sich der Parasit bereits festgesetzt, wird er so schnell wie möglich am besten mit einer Pinzette, Zeckenzange oder -karte hautnah gegriffen und mit einem vorsichtigen und gleichmäßigen Zug senkrecht herausgezogen. Anschließend die Wunde säubern, desinfizieren und markieren. Sollte nach einigen Tagen eine Hautrötung an der Stelle auftauchen oder stellen sich grippeähnliche Symptome ein, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. red
        

Sofort zum Arzt

IGrundsätzlich sind die meisten Insektenstiche harmlos. Wenn es aber zu Bienen-, Wespen- oder Hornissenstichen im Mund, Rachen oder Hals kommt, kann das schnell gefährlich werden. Daher gilt: Sofort einen Eiswürfel lutschen, um eine Schwellung zu verhindern, und den Notarzt rufen. Wer weiß, dass er auf bestimmte Insektenstiche allergisch reagiert, sollte immer ein Notfallset dabeihaben. Ist das nicht der Fall oder tritt eine allergische Reaktion erstmals auf, sofort einen Arzt aufsuchen. Symptome sind Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Hautausschlag, Kreislaufprobleme, Herzrasen oder Atemnot. Es kann auch sein, dass die Stelle besonders stark anschwillt. Auch bei besonders starken oder länger als drei Tagen anhaltenden Symptomen empfiehlt sich der Gang zum Arzt. Übrigens: Um einer Tetanus-Infektion durch einen Insektenstich vorzubeugen, ist es empfehlenswert, regelmäßig seinen Impfschutz beim Hausarzt überprüfen und – falls nötig – auffrischen zu lassen. red

Sommerkrankheit: Harnsteine

Viel schwitzen bei gleichzeitig wenig trinken kann die Bildung von Harnsteinen begünstigen. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) spricht wegen der saisonalen Zunahme von der „Sommerkrankheit Harnsteine“. Generelle Risikofaktoren seien Übergewicht, zu wenig Bewegung und eine ungesunde Ernährung.

Je nachdem, wo sie sitzen, spricht man von Nierensteinen, Harnleitersteinen oder Blasensteinen. Oftmals bleiben sie unentdeckt. Sind die Steine größer oder sitzen sie im Harnleiter fest, können starke Schmerzen, Übelkeit und Blut im Urin auftreten. Meist werden größere Nieren- und Harnleitersteine minimalinvasiv durch Schallwellen von außen zerstört oder bei einer Endoskopie entfernt. Kleinere Steine könnten mithilfe von Medikamenten und ausreichender Flüssigkeitszufuhr ausgeschieden werden. Zur Vorbeugung rät die DGU unter anderem zu Sport und Gewichtsreduktion, darüber hinaus zu salzarmer Ernährung mit wenig Fleisch oder Wurst sowie weniger oxalathaltigen Lebensmitteln wie etwa Spinat, Rhabarber und Nüsse. Nicht vergessen: ausreichend trinken – laut DGU 2,5 bis drei Liter, gleichmäßig über den Tag verteilt. dpa