Blick wie durch die Milchglasscheibe

Operation des Grauen Stars nicht zu lange hinausschieben – Beratung beim Augenarzt schafft Klarheit über den richtigen Zeitpunkt

Die Vermessung des Auges vor einer Operation des Grauen Stars verläuft schnell und berührungsfrei. Foto: BVA
Die Vermessung des Auges vor einer Operation des Grauen Stars verläuft schnell und berührungsfrei. Foto: BVA
Beim Grauen Star, auch Katarakt genannt, trübt sich die Augenlinse, so dass Lichtstrahlen sie nicht mehr ungehindert passieren können – ein schleichend fortschreitender Vorgang. Als Folge ist die Sehschärfe des „verschleierten“ Auges herabgesetzt. Ohne Behandlung schreitet diese Erkrankung so weit fort, bis bei völliger Eintrübung der Linse nur noch Schemen erkennbar sind. Die gute Nachricht: Augenärzte können mit einer kleinen, meist ambulant durchgeführten Operation die trübe gewordene Linse gegen ein Kunststoff-Implantat austauschen.

GEBLENDET
Bevor sich die Sehschärfe verschlechtert, klagen Patienten mit beginnendem Grauen Star häufig darüber, dass sie bei ungünstigen Lichtverhältnissen geblendet werden und zum Beispiel das Lesen anstrengender ist als früher. Entwickelt sich der Graue Star auf beiden Augen gleichzeitig, können die Patienten ihre eigene Sehschärfe und die Tauglichkeit im Straßenverkehr nicht mehr richtig einschätzen. Im späten Stadium sieht der Patient wie durch eine Milchglasscheibe.

Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Operation gekommen? „Die mit der Linsentrübung verbundenen Veränderungen des Sehvermögens nehmen die Betroffenen erst in einem fortgeschrittenen Stadium wahr“, sagt Dr. Werner Bachmann vom Ressort Ophthalmochirurgie im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands. „Das Farbensehen verändert sich, die Sehschärfe leidet und man fühlt sich leichter geblendet.“ Solange sich die Betroffenen durch die Linsentrübung in ihrem täglichen Leben nicht beeinträchtigt fühlen, bestehe kein Grund, zu handeln. Wichtig sei, wie die Patienten selbst empfinden.
   
Sehstärke
SELBSTKRITIK
Wer regelmäßig Auto fährt, sollte allerdings den subjektiven Eindruck „Ich sehe doch noch ganz gut“ kritisch hinterfragen. Und spätestens, wenn man sich im Straßenverkehr nicht mehr sicher fühlt, sollte man mit dem Augenarzt darüber reden. Keinesfalls ist es notwendig abzuwarten, bis eine schwere Beeinträchtigung des Sehvermögens vorliegt. Dabei sollte man auch berücksichtigen, dass mit dem Nachlassen des Augenlichts das Risiko für Unfälle steigt – man stürzt leichter, da man Hindernisse nicht wahrnimmt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben nachgewiesen, dass nach einer Staroperation das Risiko zu stürzen geringer ist. „Der Eingriff verbessert nicht nur die Lebensqualität – er kann auch das Leben verlängern“, sagt Bachmann.

SICHERES VERFAHREN
Dank moderner Methoden ist die Staroperation heute ein sehr sicheres Verfahren, nur selten treten Komplikationen auf. In den meisten Fällen kann sie ambulant ausgeführt werden. Das heißt, dass die Patienten noch am Tag des Eingriffs wieder nach Hause zurückkehren können.

Bachmann rät älteren Menschen, die Gesundheit ihrer Augen regelmäßig beim Augenarzt überprüfen zu lassen – denn auch andere Krankheiten, die das Augenlicht bedrohen, treten vor allem im höheren Lebensalter auf. Dazu gehören das Glaukom (Grüner Star) und die Altersabhängige Makuladegeneration. Ist ein Grauer Star die Ursache für Probleme mit dem Sehen, gibt ein Beratungsgespräch mit dem Augenarzt Zuversicht und Sicherheit. Dabei werden neben dem Zeitpunkt der Operation auch alle wesentlichen Gesichtspunkte des Eingriffs erläutert. red