Gute Angebote finden und erkennen

Ambulant versorgt: Verbraucherzentralen und Zentrum für Qualität in der Pflege geben Tipps für Pflegebedürftige und Angehörige

Über 830000 Pflegebedürftige greifen mittlerweile auf einen ambulanten Pflegedienst zurück, wie das ZQP mitteilt. Foto: Mediteraneo/stock.adobe.com
Über 830000 Pflegebedürftige greifen mittlerweile auf einen ambulanten Pflegedienst zurück, wie das ZQP mitteilt. Foto: Mediteraneo/stock.adobe.com
Gut drei Viertel der 3,4 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden zu Hause gepflegt. Darauf weist das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hin. Demnach greifen dabei mittlerweile bereits mehr als 830 000 Pflegebedürftige auf einen ambulanten Pflegedienst zurück. Und in den nächsten Jahren geht die gemeinnützige Stiftung von einer deutlich steigenden Nachfrage nach diesem Angebot aus. Doch wie sollte man aber bei der Auswahl eines solchen Dienstes vorgehen? Und was ist zu beachten?

Zunächst ist es wichtig, den Bedarf genau zu klären, wie die Verbraucherzentralen raten. Dabei sollten sich Angehörige überlegen, was sie selbst leisten können und was der Dienst übernehmen soll. Bei der Suche nach einem passenden Dienst können Pflegestützpunkte oder die Pflegekasse ein erster Anlaufpunkt sein: Sie bieten Preisvergleichslisten und Anschriften von Pflegediensten in der Region an. Mit der Pflegekasse sollten Angehörige vorab klären, ob und welche Kosten übernommen werden.

Vergleichen
Laut Verbraucherschützer lohnt es sich, mehrere Dienste vor Vertragsabschluss zu vergleichen. Der Grund: Die Preise und Leistungen der jeweiligen Anbieter sind oft unterschiedlich. Ist die Auswahl eingeengt, sollte man sich bei einem Hausbesuch der jeweiligen Dienste ausführlich und möglichst kostenlos über deren Leistungen beraten lassen. Dazu gehören auch mögliche spezielle Ansprüche an das Pflegepersonal, das Abrechnungsverfahren und ein Kostenvoranschlag.

Der Pflegevertrag sollte schriftlich geschlossen werden. Darin müssen die Leistungen und Kosten geregelt sein. Pflegebedürftige dürfen den Vertrag mit dem Dienstleister jederzeit ohne Einhaltung einer Frist kündigen, wenn sie nach einem Vertrauensbruch oder aus anderen wichtigen Gründen den Anbieter wechseln möchten. Umgekehrt sollte man darauf achten, dass im Vertrag eine möglichst lange Kündigungsfrist für den Pflegedienst festgelegt ist.

Ratgeber
Einzuschätzen, ob die mit einem Pflegedienst vereinbarten Leistungen angemessen sind und richtig durchgeführt werden, hilft darüber hinaus der Ratgeber „Ambulante Pflege – Gute professionelle Pflege erkennen“, den das ZQP neu aufgelegt hat. Er fasse verbrauchergerecht zusammen, was aus fachlicher Sicht vom Anbieter erwartet werden kann – und was nicht. „Damit trägt das Heft auch dazu bei, dass gute Arbeit der Pflegenden besser wertgeschätzt werden kann“, so die Stiftung. dpa/red
  

@ Weitere Infos online

Weitere Infos finden Interessierte auf der Homepage des Bundesgesundheitsministeriums unter https://bit.ly/2Wvyspr. Eine Checkliste der Verbraucherzentralen gibt es unter https://bit.ly/3cahHH7. Und der Ratgeber des ZQP kann kostenlos über dessen Webseite bestellt und heruntergeladen werden: www.zqp.de/bestellen.