Grippe verschont Kinder nicht

Kleine Patienten haben häufiger mit Komplikationen zu kämpfen – Impfung auch für Schwangere empfohlen

Wenn Kinder eine echte Grippe bekommen, können völlig untypische Symptome wie Durchfall oder Bauchschmerzen auftreten. Foto: Rido/stock.adobe.com
Wenn Kinder eine echte Grippe bekommen, können völlig untypische Symptome wie Durchfall oder Bauchschmerzen auftreten. Foto: Rido/stock.adobe.com
VON UNSERER REDAKTEURIN
RENATE DILCHERT


Laufende Nasen sind eigentlich nichts besonderes bei kleinen Kindern. In den ersten vier Lebensjahren fängt sich der Nachwuchs rund 20 Erkältungen und grippale Infekte ein, im Schnitt sind es acht pro Saison – und jeder dauert ein bis zwei Wochen. Doch eine echte Grippe ist keine harmlose Erkältung. Weil ihr Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist, erleiden Kinder in Folge einer Influenza häufig eine Mittelohrentzündung, Nebenhöhlenentzündung oder Lungenentzündung als bakterielle Superinfektion, warnt der Deutsche Berufsverband der HNO-Ärzte: „Besonders bei Kleinkindern ist auch der so genannte Pseudo-Krupp gefürchtet. Hierbei handelt es sich um einen entzündlichen Befall des Kehlkopfes mit bellendem Husten und Luftnot.“


UNTYPISCHE SYMPTOME
Eine Influenza ist bei Kindern nicht immer leicht zu erkennen, denn die Symptome können völlig untypisch sein. So können auch Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und/oder Erbrechen sowie vermehrte Schläfrigkeit und ein undefinierbarer Ausschlag im Vordergrund stehen. Am ersten Krankheitstag bildet sich manchmal ein Ausschlag im Mund, das sogenannte Grippe-Exanthem: stecknadelkopfgroße Bläschen am vorderen Gaumen und kleine gelblich-weiße Flecken an der Wangen- und Lippenschleimhaut.

Den besten Schutz vor einer Influenza-Infektion bietet die Grippeimpfung, die Jahr für Jahr wiederholt werden muss. Kinder können ab dem sechsten Lebensmonat gegen Influenza geimpft werden. Eine allgemeine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut gibt es dafür aber nicht – es sei denn, der Nachwuchs leidet an einer chronischen Grunderkrankung. Eltern sprechen am besten mit dem behandelnden Kinderarzt darüber.

Anders sieht die Sache bei werdenden Müttern aus: Die Stiko empfiehlt allen gesunden Schwangeren die Grippeimpfung ab dem vierten Schwangerschaftsmonat. Schwangere mit chronischen Grunderkrankungen wie Asthma, Diabetes oder Bluthochdruck sollten sich bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel gegen Grippe impfen lassen. Die Experten gehen davon aus, dass werdende Mütter ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben. Dies hänge mit verschiedenen physiologischen und immunologischen Veränderungen zusammen, die während einer Schwangerschaft im Körper ablaufen.

THERAPIEEINSCHRÄNKUNGEN
Ein weiterer Grund sind die eingeschränkten Therapiemöglichkeiten während der Schwangerschaft. Viele Medikamente können nur eingeschränkt oder gar nicht eingenommen werden, damit die gesunde Entwicklung des Kindes und die Sicherheit der Mutter nicht gefährdet werden. Auch antivirale Grippemedikamente werden in der Schwangerschaft nur nach strenger Prüfung im jeweiligen Einzelfall verabreicht. Sicherer ist daher, eine Grippeinfektion bereits im Vorfeld durch eine Impfung zu verhindern.

„Die Grippeimpfung für Schwangere bietet nachweislich einen wirksamen Schutz für Mutter und Kind“, betont der Berufsverband der HNO-Ärzte. Auch das Stillen stelle keine Kontraindikation dar, erklärt das Robert-Koch-Institut. Dabei spiele die Überlegung eine Rolle, dass nicht nur die Mutter, sondern über die Muttermilch auch der Säugling vor einer möglichen Infektion geschützt sei.
   

TERMINE

Schnarchen und Schlafapnoe

Mo., 11. Nov., 19 Uhr, VHS Brakkenheim, Bürgerzentrum, Austraße 21. Referent: Dr. Stefan Schröder, Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie, Allergologie und Schlafmedizin (Heilbronn), Moderation: Dr. Martin Uellner, Facharzt für Innere Medizin, Vorsitzender der Ärzteschaft
Heilbronn. Drei Euro.

Diabetischer Fuß

Di., 12. Nov., 19 Uhr, VHS Möckmühl, Mediathek, Seckachtorgasse 1. Referentin: Ute Weis, Fachärztin für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie (SLK-Klinikum Heilbronn). Moderation: Dr. med. Martin Uellner. Drei Euro.

Unterstützende Maßnahmen bei Chemotherapie

Mo., 11. Nov., 14.30 –17.30 Uhr, SLK-Klinikum am Gesundbrunnen, Hörsaal, Ebene D. Patienten-Nachmittag des Tumorzentrums Heilbronn-Franken mit Professor Uwe Martens, Klinikdirektor Medizinische Klinik III, sowie den Fachkrankenschwestern für Onkologie Sabine Knutson und Corina Wunderlich. Anmeldung bis 6. November unter Telefon 071314928810, E-Mail: katrin.aigner@slk-kliniken.de.

Schwangerschaft und Geburt

Di., 12. Nov., 19 Uhr, Hörsaal, SLK Klinikum am Gesundbrunnen. Infoabend für werdende Mütter und Väter.

Was tun bei Schmerzen?

Mi., 13. Nov. 18.30 Uhr, Harmonie Heilbronn. Dr. Michael Kugler, Chefarzt Schmerztherapie der Lungenklinik Löwenstein, informiert über neue Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten bei Rückenschmerzen. Eintritt frei. Rückenschmerzen! Welche Therapie hilft und warum?

Mi., 20. Nov.,19.30 Uhr, VHS Bad Friedrichshall, Kochendorf, Altes Rathaus, Hauptstraße 4, Ratssaal. Referent: Dr. Stephan Hökkel, Facharzt für Orthopädie. Drei Euro.

Tinnitus

Mi., 27. Nov., 19.30 Uhr, VHS Bad Rappenau, Wasserschloss, Dachgeschoss. Referent: Dr. Norbert Dreiner, Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Phoniatrie und Pädaudiologie, Bad Rappenau. Moderation: Dr. Martin Uellner. Gebühr: drei Euro.

Schwangerschaft und Geburt

Di., 12. Dez., 19 Uhr, Hörsaal, SLK Klinikum am Gesundbrunnen. Infoabend für werdende Mütter und Väter.

Darm okay – alles okay?!

Do., 30. Jan. 2020, 19 Uhr, VHS Ilsfeld, Charlottenstraße 5, Raum 2. Vortrag mit Heilpraktikerin Tanja Konzelmann. Sieben Euro.