Kinder haben Vorfahrt

Für mehr Sicherheit der Kleinsten: Demnächst beginnt für viele junge Menschen der Ernst des Lebens: Autofahrer sollten im Bereich von Schulen noch aufmerksamer unterwegs sein

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Für Erstklässler beginnt die aktive und regelmäßige Teilnahme am Straßenverkehr. Schulanfänger sind aufgrund ihres Entwicklungsstandes schnell überfordert und leicht abzulenken. Autofahrer sollten daher Vorsicht walten lassen. Foto: dpa
Für Erstklässler beginnt die aktive und regelmäßige Teilnahme am Straßenverkehr. Schulanfänger sind aufgrund ihres Entwicklungsstandes schnell überfordert und leicht abzulenken. Autofahrer sollten daher Vorsicht walten lassen. Foto: dpa
Von unserem Redakteur Alexander Schnell und dpa

Das neue Schuljahr startet bald. Erstklässler zählen dann zu den besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmern. Seit vielen Jahren engagiert sich das Medienunternehmen Heilbronner Stimme für das Thema Verkehrssicherheit. „Kinder haben Vorfahrt – das muss jetzt wieder fest in den Köpfen der Autofahrer verankert sein“, sagt Chefredakteur Uwe Ralf Heer. „Kinder sind unberechenbar, können die Gefahren meist nicht richtig einschätzen und entscheiden sich oft im letzten Moment, über die Straße zu rennen.“ Heer liegt das Engagement für mehr Sicherheit für die Jüngsten besonders am Herzen: „Der Straßenverkehr stellt gerade für Kinder eine große Gefahrenquelle dar. Wir als Erwachsene sind daher in besonderer Weise für die Sicherheit der kleinen Verkehrsteilnehmer verantwortlich. Achten Sie daher nicht nur zum Schulanfang, sondern generell verstärkt auf Kinder im Straßenverkehr.“

Dunkle Jahreszeit Zum Schulbeginn startet nicht nur der Ernst des Lebens für die Erstklässer, auch die dunkle Jahreszeit rückt mit großen Schritten näher. „Viele müssen den Weg am Morgen in der Dämmerung oder später im Dunklen zurücklegen“, sagt Harald Lepple, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Heilbronn. „Das birgt zusätzliche Gefahren.“ Da Kinder bis weit in das Grundschulalter noch nicht in der Lage sind, sich verkehrsgerecht zu verhalten, bedarf es noch der Hilfe von Eltern und Erziehern, verkehrsgerechtes Verhalten zu trainieren und vor allem in der Praxis vorzuleben. Lepple: „Fahren Sie also besonders vorsichtig, wenn Sie Kinder in Straßennähe sehen.“

Schulweg üben Lepple fordert zudem dazu auf, dass die Eltern den Schulweg mit den Kindern unbedingt mehrfach üben sollten. Bei der Wahl des Weges sollten Eltern außerdem unbedingt darauf achten, wie und wo sich die Straßen am sichersten überqueren lassen. Eine Route mit Ampeln, Zebrastreifen und Mittelinseln ermöglicht in der Regel sicherere Wechsel. Dazu empfiehlt sich einige Zeit nach Schulbeginn ein Kontrollgang, um zu sehen, ob die Kinder die Sicherheitsregeln im Straßenverkehr auch weiter befolgen.

„Seit vielen Jahren investieren Polizei, Verkehrswachten, Schulen und viele andere Institutionen viel Zeit, Personal und Geld in die Schulwegsicherheit. Wohl mit ein Grund dafür, dass der Stadt- und Landkreis Heilbronn wie ganz Baden-Württemberg insgesamt eine herausragend positive Stellung bei den Kinderunfällen im Bundesvergleich einnimmt“, betont Lepple.
Vorbild sein Die Kinder könnten Gefahren häufig noch nicht voraussehen oder sicher erkennen, erläutert der Automobilclub von Deutschland (AvD). Außerdem reagierten sie oft spontan und werden aufgrund ihrer Körpergröße vor allem zwischen parkenden Autos schwerer erkannt. Zudem appelliert der AvD an Erwachsene, sich vorbildlich zu verhalten und zum Beispiel an roten Ampeln für Fußgänger stehenzubleiben.

Geeignete Kindersitze Wer seine und vielleicht noch weitere Kinder im „Eltern-Taxi“ zur Schule fährt, muss sie vorschriftsmäßig sichern – selbst auf kurzen Strecken. Darauf weist der Tüv Süd hin. Das bedeutet etwa: Für Kinder unter zwölf Jahren oder mit einer Körpergröße von weniger als 1,50 Metern braucht es geeignete Kindersitze. Damit die Kleinen möglichst sicher ein- und aussteigen können, wählen Eltern einen Halteplatz, wo dies ohne Behinderungen möglich ist. Tabu deshalb: Parken in der zweiten Reihe. Am besten steigen die Erwachsenen zuerst aus und lassen alle Kinder zur Gehsteigseite heraus. Dabei auch Radler im Blick halten. Ab wann Kinder eigenständig aussteigen können, müssen Eltern selbst einschätzen, erklärt Pressesprecher Vincenzo Lucà vom Tüv Süd. Im Zweifel und bei fremden Kindern lieber selbst zuerst aussteigen.

Bei Kindern, die mit dem Schulbus zur Schule fahren, sollten ebenfalls einige Dinge beachtet werden. Es sei in der Regel zu empfehlen, dass die Eltern mit den Kindern anfangs gemeinsam den Weg zur Haltestelle abgehen, so der Tüv Süd. Wenn der Bus ankommt, sollten Schulkinder ein paar Meter Sicherheitsabstand zum Fahrzeug halten.