Welche Policen sind nötig?

Wenn sich die Lebensumstände ändern, ist es an der Zeit, den Versicherungsschutz zu überprüfen

Ab einem bestimmten Alter werden manche Versicherungen wichtiger als andere. Foto: fizkes/stock.adobe.com
Ab einem bestimmten Alter werden manche Versicherungen wichtiger als andere. Foto: fizkes/stock.adobe.com
Was brauche ich wirklich? Diese Frage sollte sich jeder ab und zu stellen. Mitunter kann man damit sogar sparen – etwa wenn man sich von überflüssigen Versicherungen trennt. Senioren zum Beispiel brauchen manchen Schutz nicht mehr, die Berufsunfähigkeitsversicherung zum Beispiel. Andere Policen können wichtiger werden. Ein Überblick:

- Privathaftpflichtversicherung: Wer anderen einen Schaden zufügt, muss dafür aufkommen – und zwar in unbegrenzter Höhe. Darum ist eine Haftpflichtversicherung in jedem Lebensabschnitt unverzichtbar. Die Versicherung zahlt alle Schäden, die jemand fahrlässig oder sogar grob fahrlässig verursacht, bis zu der im Vertrag vereinbarten Summe. „Es lohnt sich, regelmäßig zu prüfen, ob es günstigere und bessere Haftpflichtversicherungsverträge gibt“, sagt Simone Weidner von der Stiftung Warentest. Senioren sollten darauf achten, dass die Police Deliktunfähigkeit beinhaltet. Dann zahlt der Versicherer oft auch für Schäden, die durch Demenz verursacht wurden.

- Krankenversicherungen: Eine Krankenversicherung müssen alle haben. Doch auch hier sollten Senioren auf den Preis achten. „Privat Krankenversicherte, die unter stark steigenden Prämien zu leiden haben, können einen Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft in Erwägung ziehen“, sagt Julia Alice Böhne vom Bund der Versicherten (BdV). Hierdurch lasse sich unter Umständen der Beitrag reduzieren. Vorsicht: Bei leistungsschwachen Tarifen drohen hohe Eigenleistungen. Daher sei es bei einem Wechsel vor allem wichtig, einen Tarif mit einem bedarfsgerechten Leistungsniveau zu wählen. Für gesetzlich Versicherte können sich eventuell Zusatzversicherungen lohnen, etwa für Wahlleistungen im Krankenhaus. Aber: „Wer bereits Vorerkrankungen hat, erhält möglicherweise keinen Vertrag mehr“, so Weidner. Auch hier müsse mit steigenden Versicherungsbeiträgen gerechnet werden.

- Auslandsreisekrankenversicherung: Für Reisen ist eine Auslandsreisekrankenpolice ratsam. „Die gesetzlichen Krankenkassen tragen die Behandlungskosten im Ausland oft nur zum Teil oder gar nicht“, sagt Andreas Gernt von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Das Risiko, am Urlaubsort krank zu werden, steigt mit zunehmendem Alter. Und für einen medizinisch notwendigen oder besser medizinisch sinnvollen Krankenrücktransport in die Heimat, der leicht einen fünfstelligen Betrag kosten kann, kommen die Krankenkassen nicht auf. „Wer öfter ins Ausland verreist, schließt am besten eine günstige Jahrespolice ab, Langzeiturlauber eine Langzeitpolice“, sagt Gernt. Die Angebote der Versicherungen zu vergleichen lohnt sich.

- Pflegezusatzversicherung: Immer mehr Menschen müssen gepflegt werden. Das verursacht enorme Kosten. Die gesetzlichen Leistungen reichen selbst bei geringem Bedarf kaum aus, um die Kosten zu decken. Eine Pflegeversicherung ist daher grundsätzlich sinnvoll. Man sollte sie allerdings so früh wie möglich abschließen. Je älter der Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss ist, desto mehr zahlt er für den Vertrag. Wichtig ist auch das Leistungsspektrum: „Eine private Pflegezusatzversicherung sollte bereits Leistungen ab Pflegegrad 1 und bei häuslicher Pflege vorsehen“, sagt Böhne.

- Unfallversicherung: Wer im Alter stürzt, kommt nicht immer glimpflich davon. Sollten durch den Unfall Umbaukosten, Anschaffungen oder Pflegeleistungen nötig werden, hilft die Leistung der Unfallversicherung. Darum empfiehlt Böhne: „Die Versicherungssumme sollte den einmaligen Kapitalbedarf abdecken, der durch eine unfallbedingte Invalidität entsteht.“ Die meisten Versicherungen kürzen die Leistung, wenn am Unfall bereits bestehende Gebrechen oder Vorerkrankungen mitgewirkt haben. „Wählen Sie möglichst einen Tarif, der einen umfassenden Verzicht auf dieses Leistungskürzungsrecht vorsieht.“ Zudem sollte der Vertrag nicht ab einem bestimmten Alter enden. Viele Unfallversicherer versuchen, die Leistungen bei Älteren nicht mehr als einmalige Zahlung, sondern als Rente auszuzahlen. Andreas Gernt von der Verbraucherzentrale Niedersachsen rät davon ab: „Vorteilhafter und flexibler ist in der Regel die Einmalzahlung.“ Von Beate Kaufmann, dpa 

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