Metzgerei Hägele in Roigheim: Gut versorgt durch die Krise

Lieferdienste, Lebensmittelautomaten, Probierpakete: Was sich Produzenten, Händler und Gastronomen haben einfallen lassen

Trotz Maßnahmen, die gegen das Coronavirus ergriffen wurden, können sich die Menschen weiterhin mit Nahrungsmitteln versorgen. Foto: benjaminnolte/adobe.stock.com
Trotz Maßnahmen, die gegen das Coronavirus ergriffen wurden, können sich die Menschen weiterhin mit Nahrungsmitteln versorgen. Foto: benjaminnolte/adobe.stock.com
Die Maßnahmen, mit denen die Verbreitung des Coronavirus verlangsamt werden soll, haben auch hierzulande das öffentliche Leben eingeschränkt. Viele Geschäfte mussten schließen oder bekamen Auflagen. Gleichzeitig soll die Grundversorgung weiterhin garantiert sein. Produzenten, Händler und Gastronomen beweisen in dieser beispiellosen Situation Anpassungsfähigkeit – auch in der Region. Manche Angebote gibt es zwar schon länger – in diesen Tagen stoßen sie jedoch auf besonderes Interesse. Sechs Beispiele.

Einkaufen ohne Personenkontakt? Ein Automat der Metzgerei Hägele in Roigheim macht’s möglich. Bestückt ist er mit Konserven und Fertiggerichten wie Gulasch, Bolognese, Rouladen und Kutteln. „Die Gerichte müssen nur noch aufgewärmt werden“, sagt Vera Hägele- Fahrbach. Darüber hinaus laufe in den drei Filialen „eigentlich alles wie immer“. „Hygienemaßnahmen werden bei uns sowieso immer eingehalten“, erklärt die Chefin. Man achte nun darauf, dass die nötigen Sicherheitsabstände beachtet werden. „In Möckmühl und Neuenstadt ist Kartenzahlung möglich“, so Hägele-Fahrbach. Der Laden in Neuenstadt sei nach dem Umbau ebenfalls wieder geöffnet und biete mehr Platz.

Kontakt vermeiden
Ab nächster Woche können in Erlenbach-Binswangen Kunden der Bäckerei Förch Backwaren telefonisch bestellen. Diese werden dann vor der Haustüre abgelegt, bezahlt wird per Rechnung. „So findet kein Kontakt statt“, sagt Louis Füger, der bei Förch für Marketing und Personal zuständig ist. Die Sitzbereiche habe man in allen Filialen ausgeräumt oder abgesperrt, da man die Abstandseinhaltung nicht habe garantieren können. Dafür gibt es vom Frühstück über den Mittagstisch bis zu Kaffee und Kuchen alles zum Mitnehmen, wie Füger erklärt. Die Filialen sind weiterhin wie gewohnt geöffnet. Stündlich werde frisch gebacken. „Unser Brot lässt sich übrigens – auch geschnitten – prima einfrieren und dann scheibenweise im Toaster aufbacken“, empfiehlt der Marketingchef.

„Unsere Regale sind gut gefüllt, wir bekommen regelmäßig Ware“, sagt Marion Föll, Inhaberin von Föll Biohof. Der Demeter-Betrieb führt Obst und Gemüse in Bioqualität. Was nicht aus der eigenen Produktion stammt, wird regional zugekauft, so Föll. Auch Molkereiprodukte hat der Vollsortimenter eigenen Angaben zufolge im Angebot. „Im Grunde läuft alles wie gewohnt“, sagt Föll. Allerdings desinfiziere man regelmäßig dort, wo Direktkontakt stattfindet – also beispielsweise an Einkaufswagen und Türen. Föll: „Die Stimmung ist toll, die Kunden zeigen Verständnis.“ Und dass man Abstand voneinander halte, funktioniere auch gut.

Etliche Messen und Veranstaltungen wurden abgesagt. Davon betroffen ist auch Familie Golter mit ihrem Weingut im Klee. Damit Interessierte trotzdem die Möglichkeit haben, Weine zu verkosten, schnürt das Team Probierpakete mit zwölf Flaschen zu Sonderpreisen, wie Christine Golter erklärt. Vier Pakete mit Rot-, Weiß- und Roséweinen stehen laut Homepage zur Auswahl – von feinherb bis trocken. Inbegriffen ist jeweils ein Schnaps oder ein Likör. „Wobei der Likör mehr als 35 Prozent Alkohol hat“, so Golter. Bestellen kann man online. Das Familienweingut ist aber auch zu den üblichen Verkaufszeiten für seine Kunden da.

Online und telefonisch
Seit 2009 bietet Athanasios Triantafillidis den Lieferdienst Onlinedurst.de an. „Wir sind ein Vollsortimenter, unser Angebot reicht von A bis Z. Wir führen Wasser, Schorlen, Säfte, Wein und Spirituosen“, so der Inhaber des 3000 Quadratmeter großen Getränkefachgroßhandels. Bestellt werden kann online oder per Telefon. Triantafillidis: „Das Büro ist von 9 bis 18 Uhr besetzt, geliefert wird am nächsten Tag – auch samstags“. Die Kisten werden bis vor die Haustüre getragen. „Auch bis in den dritten oder vierten Stock, wobei wir natürlich auf den nötigen Sicherheitsabstand achten“, versichert der Geschäftsinhaber.

Eine gestraffte Speisekarte bietet in diesen Tagen der Weinbau Pavillon in Gundelsheim seinen Gästen an. „Schwäbisches Essen zu bezahlbaren Preisen“, lautet das Motto der Gaststätte, erklärt Inhaber Norbert Greiss. „Maultaschen, Schupfnudeln, Spätzle – wir machen alles selbst und sind die Alternative zum Pizzaservice“, sagt Greiss. Denn für Gundelsheim hat der Weinbau Pavillon nun von jeweils 11 bis 20 Uhr einen Lieferdienst eingerichtet. Im gleichen Zeitraum gibt es – am besten bei telefonischer Vorbestellung – die Gerichte auch zum Mitnehmen.

Von unserem Redakteur Christoph Feil