Keine Angst vor Frostbeulen

Auch bei Minustemperaturen im Winter lässt sich noch gut Sport im Freien machen

Alles eine Frage der Ausrüstung: Auch bei Minustemperaturen, Schnee und Eis ist Sport im Freien möglich. Foto: Henning Kaiser/dpa/dpa-tmn
Alles eine Frage der Ausrüstung: Auch bei Minustemperaturen, Schnee und Eis ist Sport im Freien möglich. Foto: Henning Kaiser/dpa/dpa-tmn
Von Angelika Mayr

Wenn es drinnen gemütlich warm und draußen eisig kalt ist, knurrt der innere Schweinehund oft besonders laut. Und jetzt noch joggen zu gehen – ist das nicht ungesund? Doch diese Ausrede will Karlheinz Zeilberger, Sportmediziner aus München, nicht gelten lassen. „Mit der richtigen Bekleidung kann und soll man sogar jederzeit und in jedem Alter Sport machen.“ Auch Anfänger und Wiedereinsteiger braucht die Kälte nicht abzuschrecken.

Bei Kälte verändern sich nicht nur die Muskeln im Körper. Die Durchblutung funktioniert in den äußeren Hautschichten nicht mehr optimal, weil der Körper diese nach drinnen abzieht. Die Folge: „Die Muskulatur, Sehnen, das Bindegewebe und die Verschiebeschichten brauchen länger, bis sie beweglich sind“, sagt Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. „Sie müssen sich wie bei einem Motor erst warm fahren.“ Das betrifft auch die Atmung. „Deswegen sollte man beim Sport durch die Nase atmen. Das ist eine Station mehr, die wärmt und anfeuchtet“, sagt Zeilberger. Für Hobbysportler stellen minus fünf Grad noch kein Problem dar. „Wird es kälter als minus zehn Grad, sollte der Sport nach innen verlegt werden“, rät Zeilberger. Beim Radfahren kann es schon eher gefährlich werden, denn der Fahrtwind kühlt den Körper schneller aus.

In Sachen Kleidung gilt das Zwiebelprinzip, erklärt Froböse. Weil bei einem Baumwoll-T-Shirt die Nässe nicht abtransportiert werden kann, sollte man ein Funktionsshirt anziehen. Darüber kommen ein Fleeceshirt und eine leichte Jacke. „Außerdem sollte noch der Kopf bedeckt sein.“ Faustregel: Wenn es beim Loslaufen noch etwas fröstelt, ist man ideal angezogen.

Zwischendrin ein Päuschen einzulegen, sei nicht empfehlenswert – dann wird der Trainingseffekt aufgehoben, und Schweiß wird im Winter schnell kalt. „Bleibt der auf der Haut, kühlt man überproportional aus, und eine Blasenentzündung droht. Denn viele unterschätzen, dass gerade der Unterbauch schnell abkühlt“, sagt Zeilberger. dpa
   

Energiedichte ist wichtiger als Kaloriengehalt

Kalorien machen nicht satt. Menge und Volumen der Speisen sind für das Gefühl, genug gegessen zu haben, viel wichtiger. Wer abnehmen will, kann das zu seinem Vorteil nutzen, indem er Essen bevorzugt, das pro Gramm eher wenig Kalorien hat. Experten sprechen dabei von Nahrungsmitteln mit niedriger Energiedichte, heiß es in der Zeitschrift „Apotheken Umschau“ (Ausgabe 1/2020).
Dazu zählen zum Beispiel Kartoffeln, Hülsenfrüchte, mageres Fleisch oder fettarme Milchprodukte und natürlich Obst und Gemüse im Allgemeinen. Mit 0,1 bis 0,2 Kilokalorien pro Gramm sind unter anderem Sauerkraut, Feldsalat und Tomaten absolute Spitzenreiter. Als niedrig gilt die Energiedichte, so lange dieser Wert nicht über 1,5 steigt.

Klug kombinieren Haben Nahrungsmittel dagegen 2,5 oder mehr Kilokalorien pro Gramm, gilt die Energiedichte als hoch. Das ist häufig der Fall bei Wurst, auch bei Fast Food aller Art und bei Backwaren wie dem Croissant. Kalorienbewusste müssen auf solche Speisen nicht völlig verzichten, sondern können sie kombinieren – etwa indem sie statt einer ganzen nur eine halbe Pizza und dazu einen Salat essen. dpa
   

Risiko

Für ein bis zwei Stunden nach der sportlichen Belastung ist die Funktion des Immunsystems herabgesetzt. In dieser Zeit kann man sich leichter einen Infekt einfangen. Experten sprechen vom Open Window-Phänomen. dpa

Tanzen hält auch das Hirn fit

Links, Tap, Wechselschritt: Sich Schrittfolgen beim Tanzen zu merken, ist oft gar nicht so leicht. Die Mühe lohnt sich aber, sagt Professor Ingo Froböse, Leiter des Instituts für Bewegungstherapie an der Sporthochschule Köln. Denn durch die mentale Herausforderung wird beim Tanzen nicht nur der Körper, sondern auch das Hirn trainiert. Studien zufolge könne schon ein halbjähriger Tanzkurs helfen, Aufmerksamkeit und geistige Flexibilität zu verbessern. Die Gedächtnisleistung steige, gleichzeitig sinke durch regelmäßiges Tanzen das Demenz-Risiko. Auch deswegen seien Walzer, Salsa und Co. ein idealer Seniorensport. Hinzu komme, dass der Gleichgewichtssinn trainiert wird – perfekt, um Stürzen vorzubeugen. Außerdem mache Tanzen glücklich – erstens wegen der sozialen Kontakte, zweitens schütte der Körper dabei die Glückshormone Dopamin und Endorphin aus. dpa