Weinkonsum ist rückläufig

Lücke zwischen weltweiter Weinerzeugung und Weinkonsum von historischer Dimension

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Nach den aktuellen Schätzungen der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) ist die Lücke zwischen weltweiter Weinerzeugung und Weinkonsum von historischer Dimension. So blieb zwar die bestockte Rebfläche sowohl innerhalb der EU als auch außerhalb Europas weitgehend stabil, aber die weltweite Weinerzeugung stieg nach der kleinen Ernte 2017 im Jahr 2018 um 17 Prozent auf 292,3 Millionen Hektoliter.

Der Konsum macht dagegen keine entscheidenden Fortschritte. Die OIV sieht bei den bedeutenden Verbraucherländern mit einem Konsum von mehr als zehn Millionen Hektoliter pro Jahr nur noch in den USA, Russland und Spanien ein geringes Wachstum, weltweit dagegen einen leichten Rückgang. Weltweit klaffen Produktion und Konsum rund 46,3 Millionen Hektoliter auseinander. In Europa beträgt die Differenz sogar rund 55,9 Millionen Hektoliter.
   
Manuela & Florian Frank
Seit 2006 wird auch in Deutschland Jahr für Jahr weniger Wein und Sekt getrunken, aktuell sind es noch 24,4 Liter pro Kopf. 2018 sank die Menge um 3,3 Prozent, vor allem Rotwein verlor. Als Hauptursachen nennt WZG-Chef Dieter Weidmann den „allgemein rückläufigen Mengenkonsum bei fast allen Gütern des täglichen Bedarfs“, aber auch den „deutlich kritischeren Umgang der jüngeren Generation mit Alkohol“. Immerhin würden deutsche Weine in der Heimat aktuell beim Absatz leicht zulegen und damit ihren Marktanteil von 45 Prozent halten, während ausländische Weine Mengeneinbußen verzeichneten.

Der Durchschnittspreis aller im Lebensmittelhandel gekauften Weine ist 2018 im Vergleich zu 2017 um 5,9 Prozent auf 2,32 Euro je 0,75-Liter-Flasche gestiegen. Für deutsche Weine wurden durchschnittlich 2,54 Euro je Flasche und damit 18 Cent mehr ausgegeben. Für Württemberger Weine wurden 2018 durchschnittlich 3,06 Euro (2017: 2,99) bezahlt, für Badener 2,94 Euro. Unter den deutschen Anbaugebieten liegt der Marktanteil Württembergs nach Menge bei elf Prozent und nach Wert bei zwölf Prozent.

Angesichts der kleinen Erntemenge im aktuellen Weinjahrgang 2019 und des hohen Kostendrucks – Glas, Logistik, Energie und Personal werden immer teurer – seien Preiserhöhungen „überfällig“. Die WZG schlage deshalb 2019 im Schnitt 3,5 Prozent drauf. Schon heute rentiert sich der Weinbau für viele Winzer nicht mehr. So habe sich die Zahl der Betriebe in Württemberg innerhalb von 20 Jahren auf 8450 halbiert. Insbesondere kleine Nebenerwerbsbetriebe geben auf, während die Zahl der Betriebe über fünf Hektar zunimmt: von 389 im Jahr 2000 auf 675 zum Jahresende 2018. kra