US-Strafzölle treffen deutsche Winzer

Auch Betriebe aus der Region beklagen Wettbewerbsverzerrung

Die Hürden für Weinimporte in die USA sind von jeher hoch. Nun schlägt die Trump-Regierung nochmal drauf. Foto: DWI
Die Hürden für Weinimporte in die USA sind von jeher hoch. Nun schlägt die Trump-Regierung nochmal drauf. Foto: DWI
Seit Mitte Oktober müssen Winzer aus einigen europäischen Ländern für Weinimporte in die USA 25 Prozent höhere Zölle zahlen. Deutsche Weinexporteure – darunter auch Weingüter aus der Region – trifft dies teils hart. „Die USA sind für uns Exportland Nummer eins,“ weiß Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut (DWI). 2018 seien 171000 Hektoliter Wein im Wert von 71 Millionen Euro dorthin ausgeführt worden, ein Viertel aller Weinexporte.
   
Elke & Andreas Hieber
Eine Wettbewerbsverzerrung sieht Büscher darin, dass deutsche, französische und spanische Winzer, nicht aber Italiener, Griechen oder Portugiesen „bestraft“ würden. Einmal mehr müsse die Landwirtschaft „die Lasten fehlgesteuerter Industriepolitik austragen“, kritisiert der Chef des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP), Steffen Christmann. Er spricht von einer Revanche für „vermeintlich ungerechtfertigte Subventionen in der Flugzeugindustrie“.
   
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Die Württemberger Exportquote ist gering. Punktuell exportieren aber auch Betriebe aus der Region Wein in die USA, etwa Markus Drautz vom Heilbronner Weingut Drautz-Able. „Meine Ausfuhrquote in die USA liegt bei fünf Prozent, was für Württemberg viel ist.“ Drautz, der sich den Markt hart erarbeitet habe, spricht von einem „schweren Dämpfer“. Den Aufschlag für aktuelle Bestellungen teile er sich nun mit dem Exporteur und mit dem Importeur. Auch Badener exportieren relativ wenig Wein in die USA. Ausnahmen sind etwa die von Claus Burmeister geleiteten Weingüter Heitlinger (Östringen-Tiefenbach) und Burg Ravensburg (Sulzfeld). „Unsere Exportquote liegt bei 20 Prozent, wovon wiederum 20 Prozent in die USA gehen.“ Dort seien vor allem Riesling und Burgundersorten gefragt. kra