Öfter mal was Neues

Das moderne Bad ist farblich vielfältig und wandelbar

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Auch knallige Farben kommen ins Spiel, wie zum Beispiel diese rote Badewanne von Villeroy & Boch. Fotos: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Auch knallige Farben kommen ins Spiel, wie zum Beispiel diese rote Badewanne von Villeroy & Boch. Fotos: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Von Simone Mayer, dpa

Pastellfarbene Waschbecken, schwarze Badewannen, variable Wandplatten: Das moderne Badezimmer soll bunter und flexibler werden. Das jedenfalls haben die Neuheiten der diesjährigen Messe ISH in Frankfurt am Main gezeigt. Auf dieser Weltleitschau für Badezimmer- Trends präsentierte die Sanitärbranche ihre Innovationen. Wichtigster Punkt für Jens Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft: „Das Bad wird individueller und modischer, es wird häufiger etwas verändert.“

Voraussetzung dafür ist: Neue Badezimmer werden nun so angelegt, dass Teile des Raumes sich künftig einfacher neugestalten lassen. Dafür wird zum Beispiel auf das komplette Fliesen der Wände verzichtet. Die notwendigen Stellen werden mit Spritzwasserschutz versehen. Der Rest kann dann nach Lust und Laune tapeziert oder überstrichen werden.

Witzig: Auch das Klopapier ist schwarz. Das passt zur dunkelgrauen Toilette und dem gleichfarbigen Bidet von Duravit.
Witzig: Auch das Klopapier ist schwarz. Das passt zur dunkelgrauen Toilette und dem gleichfarbigen Bidet von Duravit.
Renovierung Auch bestehende Bäder können ohne größere Abrissarbeiten verändert werden. „Gerade bei Teilrenovierungen im Bad werden nun Wandverkleidungsplatten genutzt“, erklärt Dennis Jäger, Chefredakteur der Fachzeitschrift „SBZ Sanitär.Heizung.Klima“. Diese Platten lassen sich vor den bestehenden Fliesenspiegel setzen und beschleunigen die Renovierung enorm. Außerdem gibt es dafür vielfältigere Gestaltungsoptionen, etwa mit fotorealistischen Drucken.

Für die Wände – und das ist besonders – auch für die Keramiken wie Waschbecken, Toilettenschüssel und Badewanne kommen neue Farben ins Spiel. Bei Villeroy & Boch ist die Toilette zum Beispiel türkis, und die Badewanne trägt ein kräftiges Rot. Die Firma Bette stellte in der Trendausstellung der Messe eine Wanne in Pastellblau vor. Ergänzend dazu setzt Zehnder auf einen Heizkörper in Rosa. Auch die Badmöbel sind bei vielen Herstellern deutlich farbiger geworden.

Die meisten Firmen setzen grundsätzlich auf dezentes Grau, Schwarz sowie Pastell- und Brauntöne. Sogar Toiletten werden komplett in dunkle Töne getaucht. Viele Badewannen und Waschbecken sind mindestens außen, teils aber auch durchgängig schwarz. „Schwarz wirkt immer sehr hochwertig“, sagt Frank Reinhardt. Der Trendforscher hat eine Sonderausstellung zu den Entwicklungen für die Messe kuratiert.

Der Wasserhahn Kludi SL in Rot leuchtet um die Wette mit anderen Accessoires der Ausstellung Pop up my Bathroom auf der ISH.
Der Wasserhahn Kludi SL in Rot leuchtet um die Wette mit anderen Accessoires der Ausstellung Pop up my Bathroom auf der ISH.
Akzente Selbst bei den Armaturen war Schwarz ein großes Thema der Messe. Außerdem fanden sich häufig goldene Wasserhähne statt dem üblichen Chrom. Zudem setzen rote, grüne und blaue Produkte Akzente hin zu einem bunteren Badezimmer. Sie lassen sich quasi wie ein Accessoire austauschen. Schon vor zwei Jahren sprach die Branche auf der letzten ISH vom Farb- Wechsel im Bad – weg von reinem Weiß, hin zu Creme, Grau und Braun.

In den Ausstellungsräumen vieler Badausstatter hat sich das bereits durchgesetzt. Nun werden die ersten strahlenden Farben für Toilette, Wanne und Waschbecken folgen. Dass sich Farbe im Badezimmer nur langsam durchsetzt, liegt in der Langlebigkeit der Einrichtung und der Renovierungskosten dieses Raumes.

Welche Farbe wird sich wohl am meisten durchsetzen? Trendforscher Reinhardt hat einen klaren Favoriten: „Grau hat die Chance, das neue Weiß zu werden.“ Alle weiteren Farben werden akzentuierende Begleiter sein.