SUV für die Steckdose

MITSUBISHI: Unterwegs mit dem Outlander als Plug-in-Hybrid

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Von unserem Redakteur Alexander Rülke 

Wer keine Garage, keinen Carport oder keinen Tiefgaragen-Stellplatz mit Stromanschluss zu Hause hat, kann jetzt mit dem Lesen aufhören. Denn so ein Plug-in-Hybrid macht nur Sinn, wenn seine Batterie regelmäßig geladen wird. Dann kann der Zwitter aus Verbrenner und Elektromotor seinen Effizienzvorteil ausspielen. Im Fall des Mitsubishi Outlander lassen sich kürzere Routen ins Büro, zum Einkaufen oder ins Fitness-Studio nämlich weitestgehend elektrisch absolvieren – offiziell liegt seine elektrische Reichweite bei 54 Kilometern. Bei unseren Testfahrten zeigte der Bordcomputer nach 6,5 stündigem Laden an der heimischen Haushaltssteckdose eine Reichweite von rund 30 Kilometern an. Das sollte für die durchschnittliche Fahrt ins Büro reichen.

Und soll es dann doch mal auf eine längere Tour gehen, springt einem der 2,4 Liter große Vierzylinder zur Seite. So können mehrere hundert Kilometer bewältigt werden. Doch obacht: Der Benziner ist kein Kostverächter und gönnt sich bei flotter Fahrweise schnell mal um die zehn Liter. Wer sparen will, muss also unbedingt regelmäßig Strom bunkern und sollte zudem kein Fernstrecken-Liebhaber sein. Für Letztere macht auf Dauer nur ein Diesel Sinn. Drei Motoren Angeboten wird der knapp 4,70 Meter lange Outlander Plug-in-Hybrid ab 37 990 Euro, die von der Autostimme gefahrene Top-Variante mit Multi Communication System steht mit 50 590 Euro in der Preisliste. Dafür bekommt der Kunde einen 224 PS starken Fünfsitzer mit Allradantrieb und Automatikgetriebe, dem besagter Benziner sowie zusätzlich jeweils ein Elektromotor an Vorder- und Hinterachse Beine machen.
  
Der Armaturenträger ist leicht zum Fahrer geneigt. Fotos: Mitsubishi
Der Armaturenträger ist leicht zum Fahrer geneigt. Fotos: Mitsubishi
Da der Japaner mehr als zwei Tonnen auf die Waage bringt, bleiben die Fahrleistungen überschaubar (null auf Tempo 100: 10,5 Sekunden, 170 km/h Spitze, elektrisch: 135 km/h), untermotorisiert fühlt man sich jedoch nicht – dem üppigen Drehmoment der gleich drei Motoren sei Dank. Als Normverbrauch nennt Mitsubishi 1,8 Liter (CO2-Emission: 40 g/km), wie viel man im Alltag wirklich verbraucht, hängt aber ganz entscheidend vom eigenen Fahrund Ladeverhalten ab. Hier kann das Motto nur lauten: Ran an die Steckdose!

Effizienzanzeige
Fahrstufen werden im Plug-in Hybrid mit einem stylishen, silberfarbenen Wählhebel eingelegt. Über Paddels am Lenkrad lässt sich die Stärke der Rekuperation einstellen. Statt eines Drehzahlmessers gibt es eine analoge Effizienzanzeige. Daneben befindet sich ein kleines digitales Multi-Infodisplay. Und über den Sieben-Zoll-Zentralmonitor am Armaturenträger können weitere Informationen abgerufen werden. Praktisch: Via Mitsubishi-App fürs Smartphone lässt sich aus der Ferne zum Beispiel die Standheizung einstellen. Weniger praktisch: Das mitgelieferte Ladekabel ist kurz – wenn sich die Wand-Steckdose nicht in unmittelbarer Nähe zum „Tankdeckel“ rechts hinten befindet, wird es knapp.

Komfortabel
ei unseren Alltags-Testfahrten hat der fünftürige Asiate einen guten, gemütlichen Eindruck hinterlassen. Er ist geräumig, komfortabel abgestimmt und reichhaltig ausgestattet. Hervorzuheben sind hier vor allem das fette Soundsystem von Rockford Fosgate mit 710 Watt-Verstärker, das beheizbare Multifunktions-Volant, die elektrische Heckklappe sowie die Auswahl an sinnvollen Assistenzsystemen – vom Totwinkelwarner über 360-Grad-Kamera bis zu Auffahrwarner und adaptivem Tempomaten. Und falls Fahrer und Beifahrer zwischendurch mal ein längeres Nickerchen machen wollen, können sie die Rückenlehnen der beheizbaren Ledersitze umklappen.